Denis (Joh. Michael Cosmas Peter), deutscher Bibliograph und Dichter, geb. 27. Sept. 1729 zu Schärding am Inn, wurde auf dem Jesuitengymnasium zu Passau gebildet und trat 1747 in den Jesuitenorden, dem er stets große Anhänglichkeit bewies. Nachdem er seit 1759 Lehrer an dem Collegium Theresianum in Wien gewesen war, erhielt er 1773 unter dem Titel eines Vorstehers die Aufsicht über die jener Lehranstalt vermachte, später nach Lemberg gebrachte Garellische Bibliothek. Dieses Amt führte ihn zu einem gründlichen Studium der Bibliographie, als dessen Frucht seine »Merkwürdigkeiten der Garellischen Bibliotheko (2 Bde., Wien 1780) erschienen. Bei der Aufhebung des Theresianums 1784 wurde D. vom Kaiser Joseph zum zweiten, 1791 zum ersten Custos bei der Hofbibliothek, zugleich mit dem Titel eines Wirkl. Hofrats, ernannt. In dieser Stellung wirkte er mit großem Erfolge. Er starb 29. Sept. 1800. Um die Hebung der Bibliographie erwarb sich D. unbestreitbare Verdienste, und ebenso trug er zur Bildung des Geschmacks und Veredlung der deutschen Sprache in Ssterreich bei. Sein Studium des Ossian, von dessen Werken er zuerst in Deutschland eine Übersetzung in Hexametern verfaßt hatte, wirkte auf seine eigenen unter dem anagrammatischen Namen des Barden Sinedy gedichteten Lieder wesentlich ein, in denen er, ohne hervorstechende Eigentümlichkeit, der durch Klopstock eingeführten Bardenpoesie huldigte. Er gab heraus: „Die Gedichte Ossianso (3 Bde., Wien 1768—69), Die Lieder Sineds des Bardend (Wien 1773), Ossians und Sineds Liedero (5 Bde., Wien 1784 85; 2. Aufl., 6 Bde., Wien 1791—94, deren 6. Bd. seine, auch allein erschienenen, in guter Sprache verfaßten lat. Carminav enthält). Seinen Litterarischen Nachlaßo gab J. Fr. von Retzer (Wien 1802) heraus. Von seinen zahlreichen und bezüglich der Bibliographie sehr doriß der Bit Schriften sind noch zu nennen: «Grundriß der Bibliographie und Bücherkunde» (Wien 1774), „Grundriß der Litterargeschichtes (Wien 1776), «Einleitung in die Bücherkundes (Wien 1777 — 78; 2. verbesserte Aufl. 1795 — 96), „(Wiens Buchdruckergeschichte bis MDLX(Wien 1782; Nachtrage, 1793), KAnnalium typographicorum Mich. Maittaire supplementum (2 Bde., Wien 1789) und «Lesefrüchtes 2 Bde., Wien 1797). Vgl. Baumgarten, «D.“ Lebend (Linz 1852); P. von Hoffmann-Wellenhof, „Michael D. Ein Beitrag zur deutsch-österr. Litteraturgeschichte des 18. Jahrh.» (Innsbr. 1882). ö