Denislü oder Denjislu oder Laditiye, Stadt im westl. Kleinasien, im türk. Vilajet und Sandschak Aidin, 225 Kmeim OSO. von Smyrna, in einem Seitenthale des zum Mäander fließenden Tschüruk-ssu, in 410 m Höhe am nördl. Fuße des Baba-Dagh, des Kadmus der Alten. Viele Gebirgsströme verleihen der Umgegend eine Frische der Vegetation, welche an Damascus erinnert. Etwa 5 km nördlicher bei Eski-Hissar (d. h. Altes Schloß) liegen die Ruinen von Laodicea (s. d.). enk (Joh.), Wiedertäufer des 16. Jahrh. liber Ort und Zeit der Geburt wie über seine Jugend ist Sicheres nicht bekannt. Im J. 1522 lebte D. als Korrektor zu Basel in freundschaftlichem Verkehr mit Okolampadius und ward 1523 auf dessen Empfehlung Rektor der St. Sebaldusschule zu Nürnberg. Wegen wiedertäuferischer Irrlehren Ende 1524 aus der Stadt verbannt, begab sich D. nach ö kurzem Aufenthalt in St. Gallen nach Augsburg, und als er auch hier vertrieben wurde, 1526 zu seinem Gesinnungsgenossen Hetzer nach Straßburg. Beide zusammen übersetzten die Psalmen ins Deutsche (Worms 1527). Auch aus Straßburg vertrieben, irrte D. längere Zeit in Süddeutschland und der Schweiz herum, bis Okolampadius ihm sichern Aufenthalt in Basel auswirkte. Hier starb er im Nov. 1527 an der Pest. D. drang im Gegensatz zu der Lehre von dem Vertrauen auf das Verdienst Christi besonders auf persönliche Aneignung des göttlichen Geistes, welcher den Menschen zur Erfüllung des Gesetzes fähig mache. Deshalb ließ er ö bei der Wiedertaufe den Täufling (nach Jes. 11, 2) ö entsagen den sieben bösen Geistern, Menschenfurcht, Menschenweisheit, Menschenverstand, Menschenrat, Menschenkünste, Menschenstärke und Menschengottseligkeit, und dagegen annehmen die sieben guten Geister, Gottesfurcht, Gottesweisheit u. s. w.