Devai (Matthias, eigentlich Devai Birb Mätyäsv, d. i. Matthias Birö von Déva), ungar. Kirchenreformator, wurde um 1500 zu Deva in Siebenbürgen geboren, studierte um 1523 — 24 an der Universität Krakau und trat nach seiner Heimkehr in einen geistlichen Orden. Im J. 1527 war er kath. Priester zu Boldogkö bei Kaschau und ging 1529 nach Wittenberg, wo er mit Melanchthon in ein freundschaftliches Verhältnis trat. D. begann seine reformatorische Thätigkeit zu Anfang des J. 1531: er wurde damals von Ofen nach Kaschau als Stadtprediger berufen, hier jedoch gefangen genommen und nach Wien abgeführt. Wie lange seine Gefangenschaft gedauert, ist nicht bekannt; inige Jahre später wirkte er abermals in Ofen, 535 als Schützling des Grafen Thomas Nädasdy n Särvär, wo er mehrere seiner theol. Streitchriften verfaßte. Im J. 1536 war er abermals n Wittenberg, dann in Nürnberg und an andern Orten in Deutschland, von wo er Ende 1537 in die Heimat alrektor In Neu-Sziget errichteten »r und der Schulrektor Johann Sylvester (Erdösi) eine Buchdruckerei und veröffent ichten Jugend- und Volksschriften im Interesse der Reformation. Seit 1537 war er auch den schweizer Reformatoren persönlich näher getreten. In den J. 1541—43 verweilte D. zum dritten mal im Auslande und jetzt Echwe 1543) wandte er sich offen den Lehren der Schweizer zu. Schon im April 1544 erklärte sich Luther gegen D. Dieser wurde nun der eifrigste Apostel des helvet. Bekenntnisses, das er namentlich unter den Magyaren rasch verbreitete. Er selber übernahm das Amt eines Pastors und Dekans seiner Kirche zu Debreczin, wo er schon vor 1547 starb. Dem Wirken Dis ist es zuzuschreiben, daß die Calvinische Lehre unter den magyar. Protestanten das herrschende Bekenntnis wurde, sodaß man sie amagyar hito, den magyar. Glaubeno nennt, im Gegensatze zu dem Bekenntnisse Luthers, welches Vgl. Revész, Das Leben und die Schriften des ersten magyar. Reformators Matthias Birb von D. (in ungar. Sprache, Pest 1863).