Baudissin (Wolf Heinr. Friedr. Karl, Graf von), deutscher Schriftsteller, geb.30.Jan. 1789 zu Rantzau, trat nach Ablauf seiner Universitätsstudien als Legationssekretär in dän. Staatsdienst, der ihn von 1810—14 nach Stockholm, Wien und Paris und im Sommer 1813 wegen seiner deutschen Gesinnung ein halbes Jahr auft die Fusuung riedrichsort taien Später machte B. mehrjährige Reisen nach Italien, Danptsachtih Griechenland und hielt sich seit 1827 auptsächlich in Dresden auf, wo er an Schlegel-Tiecks Shakspeare-Übersetzung teilnahm. „Heinrich VIII.», Viel Lärmen um Nichtso, »Die Widerut, Alles guto, «Antonius und Kleopatrav, Troius und Cressidav, Die I Weiber von Windsoro, Verlorene Liebesmühev, «Titus Andronicuso, Othellor und Lear» wurden von B. übersetzt, von Tieck revidiert und mit Anmerkungen versehen. Auch übertrug B. die vier von Tieck onnt ebe⸗⸗ nen Jugendarbeiten Shakspeares: &Eduard III.», (Thomas Cromwelle, «Oldeastles und »Der londoner Verschwendere» (Stuttg. 1836). Ohne Tiecks Mitwirkung veröffentlichte B. unter dem Titel: Ben Jonson und seine Schulen (2 Bde., Lpz. 1836), eine Reihe andne ie W. älterer engl. Dramen. Seitdem wandte sich B. auch dem Felde der mittelhochdeutschen Litteratur zu, indem er übertragungen des „Iwein mit dem Löwene von Hartmann von der Aue (Berl. 1845) und des Wigaloiso Wirnt von Gravenbergs (Opz. 1848) heraus15 Später ließ er eine Ubersetzung der Lustspiele olières (4 Bde., ** 1865 — 67) erscheinen, in welcher er die in Alexandrinern geschriebenen Stücke, um sie der deutschen Bühne zugänglicher u machen, in fünffüßigen Jamben wiedergegeben hat Auch übersetzte er das Werk von Carmantel und Th. Leclercg: Dramatische Sprichwörtery (2 Bde., Lpz. 1875). Er starb 4. April 1878 in Dresden. Baudissin (Otto Friedr. Magnus, Graf von), schleswig.⸗holst. General, Bruder des Vorigen, geb. u Rantzau 5. Juli 1792, hat sich im Kriege na er Erhebung Schleswig-Holsteins 1848 ehrenvo ervorgethan. Er trat, damals Major in der dän. Armee, beim Beginn des oin un die d gegen die Lgten Lanper von Schleswig und die dadurch veretzten Landesrechte in die schesw. hosstein. Armee ein, und sein Beispiel war von entschiedenem Einfluß. In dem unglücklichen Gefecht bei Bau hielt sich B. m Stunden lang gegen eine dreifache Überzahl und erleichterte dadurch den Rückzug der auptarmee. Im Sommer 1849 ward er in der chlacht von Kolding und 1850 bei Idstedt gefährlich verwundet. Sein ritterliches Wesen, rn. perseine u Bravour und seine warme Fürsorge für eine Untergebenen verschafften ihm große Po ularität. Nach Willisens Rücktritt ward ihm der Oberbefehl über die Armee Hι Er lehnte ihn jedoch ab, weil er unter den bestehenden Umständen einen Ausländer für geeigneter hielt. Im Febr. 1851 verließ er seine Heimat und lebte seitdem in Zurückgezogenheit, meist in Hamburg, bis er 25. Juni 1865 zu Teplitz starb.