Denon (Dominique Vivant, Baron), franz. Künstler und Kunstkenner, geb. 4. Jan. 1747 zu Chälons-sur-Saöne, wurde in Paris, wohin er sich in der Absicht begeben, die Rechte zu studieren, durch Talente und Neigung dem Studium der bildenden Künste zugeführt. Er machte Glück in der Gesellschaft und schrieb ein Lustspiel Le bon peèrev (1769), das insbesondere den Damen gefiel. Ludwig XV., der ihn lieb gewonnen hatte, ernannte ihn zum Gentilhomme ordinaire du roi und gab ihn der Gesandtschaft zu Petersburg bei. Sodann erhielt er eine Sendung in die Schweiz, wo er Voltaires Porträt und das bekannte Le déjeuner de Ferneyr zeichnete. Hierauf bekleidete er sieben Jahre hindurch eine Stelle bei der franz. Gesandtschaft zu Neapel. Während seines Aufenthalts in Süditalien verband er sich mit dem Abbé Saint-Non zur Herausgabe der «Voyage pittoresque de Naples et de Siciled (Par. 1788) und schrieb noch eine besondere Voyage en Siciles (Par. 1788). Nachdem er die diplomatische Laufbahn aufgegeben, lebte er eine Zeit lang in Venedig, dann in Florenz und in der Schweiz, worauf er nach Frankreich zurückkehrte und sich besonders der Kupferstecherei widmete. Als Bonaparte nach Italien und später nach Agypten ging, begleitete er diesen und bearbeitete dann das verdienstliche Werk Voyage dans la Basse- et la Haute-Egypter (2 Bde., Par. 1802, und 3 Bde. mit einem Atlas in Fol.; nachgedruckt in London mit verbessertem Text, 2 Bde.). Auch hatte er als Mitglied des Agyptischen Instituts bedeutenden Anteil an der von diesem herausgegebenen HDescription de I'Egypter. Von Bonaparte zum Generalinspektor der Museen ernannt, entwickelte er in dieser Stellung eine große Thätigkeit. Besonders erhielt er den Auftrag, in den eroberten Ländern die Kunstschätze auszuwählen, welche als Siegestrophäen nach Paris geführt werden sollten. Nach der ersten Restauration behielt er seine Amter, die er nach der zweiten verlor, weil er sich 1815 dem zurückkehrenden Kaiser wieder genähert hatte; doch blieb er Mitglied des Instituts. Seitdem lebte er zurückgezogen und beschäftigte sich mit der Herausgabe der Monuments des arts du dessin chez les peuples tant anciens que moderneso (beendet von Amaury Duval, 4 Bde., Par. 1829, mit 315 Tafeln in Fol.). D. starb zu Paris 27. April 1825.