Denzinger (Franz Joseph), Architekt, geb. 24. Febr. 1821 in Lüttich, wo sein Vater, welcher 1831 nach Deutschland zurückkehrte, längere Zeit Universitätsprofessor war. D. studierte in Würzburg, dann an der Polytechnischen Schule und an der Akademie in München und ergänzte seine architektonischen Studien auf mehrern größern Reisen durch Ssterreich, Deutschland, Belgien und Frankreich, welche er zum Zwecke der Erforschung der mittelalterlichen Bauweise unternahm. Er trat dann in den bayr. Staatsbaudienst und wurde 1854 als Civilbauingenieur bei der königl. Kreisregierung in Regensburg angestellt. Als sich Ende der fünfziger Jahre ein Verein zum Ausbau des Doms zu Regensburg unter dem Protektorat des Königs von Bayern bildete, wurde D. zum Dombaumeister ernannt und leitete die Dombauarbeiten von 1859 bis 1872. Der Ausbau der Türme, welche nur die Höhe des Kirchendaches erreicht hatten, als im Anfang des 16. Jahrh. der Dombau ins Stocken geriet, ist sein Werk. Auch das Kreuzschiff, dem die Dachgiebel fehlten, hat D. fertig gestellt. Als 1869 die Türme des Doms zu Regensburg vollendet waren, wurde D. von der Stadt Frankfurt a. M. zur Wiederherstellung des durch Brand zerstörten Kaiserdoms und zur Vollendung des unfertigen Pfarrturms berufen. Später trat er wieder in den bayr. Staatsdienst zurück und lebt seit 1880 als Regierungs- und Kreisbaurat in Bayreuth. Außer den genannten Bauten zählen noch zu den Werken D.s: die Wiederherstellung der eingestürzten Kirche in Burghausen, das Chemische Laboratorium der Universität in Erlangen, das Gebäude für ein städtisches Archiv und die Kunstsammlung in Frankfurt a. M., die Dreikönigskirche in Sachsenhausen bei Frankfurt a. M., die Badebauten auf der Saline Kissingen, die Restauration der Kirche in Kiedrich (Rheingau), die Restauration der Stiftskirche in Aschaffenburg und der Georgskirche in Nördlingen.