Desirade (La), franz. Insel in der Reihe der Kleinen Antillen, unter dem Kolonialgouverneur von Guadeloupe stehend, liegt 14 kKm im NO. von der Pointe-des-Chäteaux, der Ostspitze der Grande-Terre von Guadeloupe, wovon sie durch einen immer unruhigen Kanal getrennt ist. Sie ist 18 km lang, 3—4 km breit, 27,2 akm groß und zählt (1870) 1607 E. Die Infel ist hoch, trägt einen Leuchtturm, hat aber weder Hafen noch Reede. Eine ganz vulkanisch die Iusel Berggruppe mit vielen Höhlen bedeckt die Insel, auf einer Seite steil abfallend, auf der andern sich allmählich senkend. Mehrere reichlich fließende Quellen liefern ausgezeichnetes Trinkwasser. Die Luft ist 2 gesund. Der nur zum Teil kultivierte sandige Boden eignet sich nur für den Anbau von Baumwolle; die hier gewonnene gilt für die beste auf den Antillen. Haupterwerbszweig der Bewohner ist der Fischfang. Die Insel hat zwei Salinen, eine Heilquelle und ein Spital für Aussätzige. — D. war die erste Insel, welche Columbus auf seiner zweiten Reise 3. Nov. 1493 entdeckte; er nannte sie Deseada, d. h. die Ersehnte. Franzosen ließen sich zuerst hier nieder; 1762 nahmen die Engländer dieselbe, gaben sie aber schon im folgenden Jahre zurück. Seit 1815 ist sie dauernd französisch. (geben.