Deverra, eine altital. und röm. Göttin, von welcher man Schutz der Wöchnerinnen gegen Silvanus (. d.) hoffte. Es war nämlich Brauch, nach einer Geburt die Schwellen der Hausthüren zu Ehren der Intercidona mit einem Beile, zu Ehren des Pilumnus mit einem Mörser zu schlagen und zu Ehren der D. mit einem Besen abzufegen (deverrere heißt fegen). Nach Varro sind diese Bräuche, durch welche das Behauen der Bäume, das Stoßen des Getreides im Mörser und das Zusammenfegen der Feldfrüchte angedeutet sein sollte, als sinnbildliche Zeichen der Kultur aufzufassen, welche Silvanus, den wilden Gott des Baldes, verhindern sollten, in das Haus einzudringen.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 280Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei