FeedDevonische
NaturlehreBrockhaus 1882

Devonische Formation heißt diejenige stellenweise über 3000 m mächtige Schichtenreihe, welche auf der silurischen Formation aufruht und von der Steinkohlenformation überlagert wird. Sie besteht zuunterst meist aus Sandsteinen und Quarziten, in den mittlern und obern Etagen hingegen aus Kalksteinen und Thonschiefern, sowie aus dem charakteristischen Kramenzelkalk (einem Thonschiefer voll von Kalksteinnieren und-Linsen. Der devonischen Formation gehören die Dachschiefer des Rheines und Harzes, das berühmte Erzlager des Rammelsberges bei Goslar, die großartigen unterirdischen Petroleumreservoirs im nördlichen Pennsylvanien, viele Eisenerzlager des Harzes und Westfalens an. Die fossilen Pflanzen der devonischen Formation besitzen eine große Ahnlichkeit mit denjenigen der Steinkohlenformation, deren Vorläufer sie repräsentieren. Es sind Sigillarien, Lepidodendren, Calamiten und Farne. Von Tieren sind namentlich zahlreiche Korallen (unter andern die charakteristische Deckelkoralle Calceola), Crinoideen (funter andern Cupressocrinus), Brachiopoden (vorzüglich Spiriferen), Cephalopoden (die charakteristischen Clymenien und Goniatiten), endlich Trilobiten vorhanden. (Hierzu Tafel: Fofs ile Tiere aus der Silur⸗ und Devonformation.) In Deutschland gehören der devonischen Formation an: 1) das rheinische Schiefergebirge, also ein großer Teil der in guober Westfalens und Nassaus; 2) ein großer Teil des Unter und namentlich des Oberharzes; 3) Teile des Vogtlandes, des Fichtelgebirges, sowie des angrenzenden Thüringen; ferner sind bei Freiburg in Schlesien und Ebersdorf in der Grafschaft Glatz devonische Ablagerungen nachgewiesen. Eine sehr große Verbreitung haben dieselben in Rußland, England, Nordamerika. Hier ist jedoch lokal die ganze oder wenigstens die obere Abteilung der devonischen Formation durch eine Sandsteinbildung vertreten, welche statt der oben angeführten Fauna nur Fische und zwar die höchst seltsam gestalteten Panzerganoiden führt (z. B. Pterichthys, Cocosteus, Holoptychius, s. die Tafel). Diese lusbildungsweise der devonischen Formation wird As Old-red-sandstone bezeichnet.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 282Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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