FeedDevolutionskrieg
GeschichteBrockhaus 1882

Devolutionskrieg, der erste, gegen die span. Niederlande gerichtete Raubkrieg Ludwigs XIV., hat seinen Namen von dem in einigen niederländ. Provinzen gebräuchlichen Recht der Devolution (. d.), aus welchem die offiziellen Staatsrechtslehrer Ludwigs folgerten, daß jene Provinzen seiner Gemahlin, als der ältern Schwester des span. Kronprinzen Karl II., zufallen müßten. Noch bei Lebzeiten des alten Philipp IV. wagte die franz. Diplomatie von Spanien die Anerkennung des Anspruchs zu fordern. Als nach dem Tode des span. Königs der Antrag erneut und einmütig abgelehnt wurde, begann Ludwig XIV. im Sommer 1667 den Krieg, für den er alles vorbereitet und besonders diplomatisch den kaum gerüsteten Gegner völlig isoliert hatte. So gerieten die Unternehmungen, an denen der junge König mit dem ganzen Hof teilnahm, überaus leicht. Charleroi, Tournay, Douay, Oudenaarde und endlich Lille fielen nach geringem Widerstande, während Brüssel und Dendermonde sich hielten. Schon war Ludwig entschlossen den Feldzug von neuem zu beginnen, als Holland und England, die eben selbst Frieden geschlossen hatten, zusammen mit Schweden unter Jans de Witt Leitung sich zur Triple-Allianz zusammenthaten (Jan. 1668), welche dem König den status quo bewilligte, aber weitere Eroberungen verbot. Während Spanien selbst noch zögerte, in den Verlust des von Frankreich eroberten Teils der Niederlande zu willigen, verstärkte Ludwig XIV. seine Stellung e C 1668 durch die rasche Eroberung der Franche Comté, acceptierte aber trotzdem die Forderung der Triple-Allianz, zu der auf dem Kongreß zu Aachen, April 1668, auch der Hof von Madrid sich verstand.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 282Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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