FeedDhafar
ErdkundeBrockhaus 1882

Dhafar, Dafar oder Zhafar, mehrere alte Dorfschaften im südl. Arabien. Eine derselben wird in der Genesis als Saphar erwähnt. Saphar * bei Plinius, im Periplus des Erythrais⸗ en Meeres, und bei Ptolemäus die Hauptstadt der Homeriten, ebenso auch noch im 6. Jahrh., als der König von Axum sich ihrer bemächtigte und ihr das Christentum brachte. Zu Edrisis Zeit, im Conversations⸗-Lexikon. 13. Aufl. V. 2. Jahrh., war sie sehr verfallen und slatt ihrer war Sanä Königsstadt geworden. Seetzen entdeckte (1810) in dem nahen Dorfe Mankat himjaritische auf dem auf Porphyrquadern in den Ruinen auf dem dabei gelegenen Berge. — Ein anderes Dhafar liegt an der Südostküste Arabiens, am Ostende Hadramauts gegen Omän, in einer der fruchtbarsten und bevölkertsten Strecken dieser Küste, wo sich zahlreiche Gebirgswässer und Ortschaften vorfinden. Dieses Land, von dem Beduinenstamm der Beni Gharrah bewohnt, ist als Tehamah oder Ebene von D. bekannt. Hinter diesem gesunden Küstenstriche erhebt sich der 1600 m hohe Absturz des innern Hochlandes, und hier allein in den Thaleinschnitten des Abhanges wächst der beste arab. Weihrauch. Die Stadt war groß und blühend, bis sie 1526 von den Portugiesen zerstört wurde. Ausgedehnte Reste derselben sind als el-Balad oder H'arkäm, d. h. die Stadt, noch vorhanden. Der jetzige kleine Ort D. zählt 1500 E., die an den Ankerplätzen, namentlich zu Mirbäth, das schon in alter Zeit Haupthafen war, opalgummi, Aloé und Drachenblut verhandeln.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 289Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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