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AllerleiBrockhaus 1882

Devise, aus dem mittellat. divisa, d. i. Abzeichnung, heißt ein durch ein Sinnbild (s. d.) ausgedrückter und dargestellter Wahlspruch. Dergleichen Wahlsprüche gingen aus den Sinnbildern selbst hervor, denen spater der größern Deutlichkeit mtenen Aufschriften beigefügt wurden. Die D. bestehen aus zwei Teilen, einer sinnbildlichen Figur Emblem), welche man den Körper, und einem beigefügten Wahlspruche, den man die Seele der D. nennt. Schon in des Aschylos Tragödie „Die sieben Helden vor Thebeny erscheinen alle diese Helden mit D. auf ihren Schilden, und ein Gleiches erzählt Renophon von den Schilden der Lacedämonier und Sicyonier. Im Mittelalter wurden die D. q9 den Wappenschilden zur förmlichen Sitte. Bei Festen aller Art sah man sie auf Triumphbogen, ahnen und Tapeten wie auf Schiffen. Besonders äufig wurden sie später an Gebäuden, z. B. an hüren und Decken, in Italien, Frankreich „Deutschland u. s. w. angebracht. n sie noch in alten Stammbüchern erhalten. In der neuesten Zeit hat sich der Gebrauch fast verloren. Berühmte D. sind: Suum cuique (Preußen), Viribus unitis (Osterreich), Dien et mon droit (England) u. s. w. Vgl. J. von Radowitz, Die Devisen und Motto des spätern Mittelalters» (Stuttg. 1850). ö In der Konditorei ist D. die Bezeichnung für eingebackene oder überzuckerte Zettelchen mit Denksprüchen; in der kaufmännischen Sprache für Wechselbriefe auf einen auswärtigen Wechselplatz.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 281Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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