Diakonissinnen (ancillae, ministrae), d. i. Dienerinnen, waren in der altkath. Kirche mit der Armen⸗ und Krankenpflege betraut. Zwar nicht der Name, aber die Sache begegnet uns Ceite, Röm. 16, 1. Sie standen den Diakonen zur Seite, wiesen in den Persamernaan den Frauen den Platz an, leisteten bei der Taufe von Personen ihres Geschlechts Hilfe, belehrten solche Täuflinge über die bei der Taufe zu gebenden Antworten und das zu beobachtende Verhalten, richteten die Agaen zu und pflegten Kranke. Im 3. Jahrh. gebörte es auch zu ihren Pflichten, fremde Frauen zu flegen, gefangene zen Zeit w im Kerker zu be⸗ * en. In der ersten Zeit wurden sie durch die Ordination, wie sie bei den Geistlichen stattfand zum Amte ein eweiht; späterhin begnügte man sic mit einer Weihe durch Wiwenn Gebete ohne Hand welche 1 Ti d. identisch waren, ist zweifelhaft. edenfalls zurden sie frühzeitig mit ihnen verwechselt. Bis n das 4. Jahrh. mußten die D. entweder Jungrauen oder Witwen, die nur einmal verheiratet varen, und 60 Jahre alt sein; seit dem Konzil von hre Ocht war das Alter auf 40 Jahre bestimmt. ähre Gehilfinnen hießen Subdiakonissinnen. Seit dem 9. Jahrh. hörte das Amt der D. auf; in der ath. und prot. Kirche hat es sich indes in veränderter Gestalt erhalten. In den Klöstern führen etzt die Nonnen, welche den Altar zu besorgen haden, den Namen D.; in dem reform. Teile der Niedan Wocnerm ältere Frauen D., welche die Pflege von Wöchnerinnen und armen Frauen übernommen haben. Nach dem Muster der Barmherzigen Schwestern der kath. Kirche hat der Pastor Fliedner (s. d.) in Kaiserswerth eine Diakonissenanstalt gegründet (1836), deren lieder sich vorzugsweise mit Krankenpflege, aber auch mit Kindererziehung, Lehrerinnenbildung u. s. w. beschäftigen. Die „Schwesterno, welche sich nach einer halbjährigen Probezeit auf fünf ahre zum Dienste verpflichten, stehen durchaus zur erfügung der Anstalt, die sie aussendet und ihnen ihre nang Diant anweist. Seitdem sind —„ evang. Dia onissenanstalten in vielen Städten Deutschlands entstanden, zu Dresden (1842), Straßburg (1842), Ludwigslust II Berlin (1847, mit dem großen Krankenause (Bethanien v und der Mägdeherberge Marthashofo), Breslau (1850), aen bei A (1850), Stuttgart (1854), Neuendettelsau bei Nürnberg (1854), in Karlsruhe, Stettin Danzig, Darmstadt, Speier, Bielefeld, Braunschwei „ Damnover, Eisenach, aber auch in Frankreich (VParis) England (London), Schweden (Stockholm), den Riederlanden (im Haag, in Utrecht, Groningen, Amsterdam), der Schweiz (Echellens im Waadtlande und Riehm bei Basel), Amerika (Pittsburg), in Konstantinopel, Smyrna, Jerusalem, Beirut, Alexandria u. s. w. Im J. 1879 land)⸗ man 51 Mutterhäuser (davon 33 in Deutschland), 3708 Schwestern in 1079 Stationen. Ahnliche Zwecke verfolgen in England die Schwestern der Barmherzigkeit. Ebenso wie die kath. Barmherzigen Schwestern haben sich auch die protestantischen D. durch aufopfernde Thätigkeit, namentlich in Kriegszeiten wie 1866 und 1870, große Verdienste erworben. In neuerer Zeit ist in Deutschland und der Schweiz unternommen worden, weltliche Krankenpflegerinnen ins Leben zu rufen. Die bedeutendste dieser Vereinigungen ohne jeden kirchlich konfessionellen Charakter uind die Schwestern vom roten Kreuz.