FeedDiöcese
ErdkundeBrockhaus 1882

Diöcese (grch. dilnnoe, d. i. Provinz) bezeichnete seit Konstantin d. Gr. die Hauptteile des Römischen Reichs, die wieder in Provinzen zerfielen. Um die Mitte des 5. Jahrh. bestand das Römische Reich aus folgenden D.: Orient, Agypten, Asien, Pontus und Thrazien unter dem Präfekten des Morgenlandes; Macedonien und Dacien unter dem Präfekten Illyriens; Italien, das westl. Illyrien und Afrika unter dem Präfekten Italiens, und Gallien, Hispanien und Britannien unter dem Präfekten Galliens. Ein Teil der D. Asien und Afrika, sowie Achaja in Macedonien standen unter Prokonsuln, die D. Orient unter einem Comes, Agypten unter einem Präfekten; die Statthalter der übrigen D. hießen Vicarii. Die Provinzen standen unter Rektoren, von denen vier den konsularischen Titel führten, andere Lanms auch Korrektoren hießen. Schon zu Konantins Zeit wurde der Name D. auch auf die Kirchsprengel übertragen. Man bezeichnete anfangs mit D. die Gesamtheit der unter der obersten Aufsicht eines Erzbischofs, späterhin aber auch eines Bischofs stehenden Gemeinden. Früher nannte man die D. des Bischofs Parochie. Noch jetzt heißt D. in der kath. Kirche ein Landesbezirk, der in kirchlichen Angelegenheiten der Gerichtsbarkeit eines Erzbischofs oder Bischofs unterworfen ist, bei den Protestanten aber ein Komplex von Pfarreien, die unter Aufsicht eines Superintendenten oder Dekans stehen. — Diöcesan heißt nicht nur derjenige Geistliche, der an einem Orte die bischöfl. Gerichtsbarkeit übt, sondern auch jedes zu einer D. gehörende Glied einer Kirche. Ein Konzil, das von den kirchlichen Repräsentanten einer D. gehalten wurde oder wird, heißt iöcesankonzil oder Diöcesansynode.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 368Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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