Diakonen (arch., 0. i. Diener) heißen schon im Neuen Testament die Gemeindebeamten, welche mit Einsammlung und Verteilung der Opfergaben beauftragt waren. Nach der Apostelgeschichte G. 1—6) wählte die Gemeinde zu Jerusalem sieben Armenpfleger. Indem man in diesen die spätern D. wiederfand, übertrug man auch letztern die Arauf sieben in jeder Gemeinde. Später bekamen die D. noch andere amtliche Geschäfte, und schon im 3. Jahrh. erweiterte sich ihr Wirkungskreis so, daß die Teilung der Geschäfte unter einen Archidiakonus (s. d.) und mehrere D. und Subdiakonen nötig wurde. Nun durften die D. beim Abendn Brot und Wein ausspenden, aber nicht selbst konsekrieren. Sie hatten die Oblationen und Geschenke für den Bischof in Empfang zu nehmen, die heiligen Geräte verwahren, beim Gottesdienste die einleitenden Formeln, z. B. das Oremus (Laßt uns beten) und das Sursum corda (Die Herzen in die Höh') u. s. w., abzusingen, die Ordnung zu überwachen, die Aufsicht über die kirchlichen Unterbeamten und über die Sitten der Gemeindeglieder führen und durften in manchen Fällen mit Eraubnis des Bischofs predigen und taufen, auch Büßende in die Kirchengemeinschaft aufnehmen. Die Amter der Archidiakonen und D. gehörten schon in der alten Kirche, das der Subdiakonen dagegen erst seit dem 12. Jage zu den höhern Weihen (Ordines majores). ei der Ordination werden den D. die heiligen Gefäße als Symbol ihnet tünftigen Amtsthätigkeit dargereicht. Die ihnen eigentümliche Kleidung ist die Dalmatika und Stola. Die D. oder Helfer in der evang.⸗ luth. Kirche verrichten alle geistlichen Handlungen, besonders 9 0 das Taufen und Einsegnen der Ehen. Doch hat es in neuerer Zeit nicht an Versuchen gefehlt, das Amt der D. im altkirchlichen Sinne als einen dem eistlichen Amt zur Seite stehenden Beruf der kirchlichen Armen⸗ und Krankenpflege zu erneuern. Namentlich die Innere Mision hat sich die Ausbildung solcher D. angelegen ein lassen. Bei den Maroniten gatten die D. em weltlichen Stande an, verwalten die Einkünfte der Kirche, legen Streitigkeiten bei und führen die Unterhandlungen mit den Türken für die Schlont der Abgaben.