Dickmünzen nennt man überhaupt alle Münzen, die dicker als andere oder insbesondere dicker als die von derselben Gattung oder demselben Werte, übrigens aber von gleichem Schrot und Korn, mithin als gemeine Münzen für den Verkehr bestimmt sind. So gibt es z. B. Dickthaler, welche mehr oder weniger unter dem gewöhnlichen Maße sind, und breite Thaler, welche dasselbe überschreiten, beide aber genau den Gehalt eines Thalers besitzen; oder Thaler, die einfach bloß 1 Di ihrer Unförmlichkeit und ungewöhnlichen Dicke Dickthaler genannt wurden, wie die span.⸗burgund. Philippsthaler des 16. Jahrh., oder man kann auch als D. die doppelten oder mehrfachen Stücke der nämlichen Gattung bezeichnen, wie z. B. die fünffachen Dukaten, Thaler u. s. f., die nicht größer, nur so viel dicker und schwerer sind als die einfachen. Insbesondere aber versteht man unter D. gewisse Münzen, welche sich durch ihr Gepräge, oft auch durch die Aufschrift selbst als Courantmünzen ankündigen, aber weit dicker und schwerer, mehrmals auch von feinerm Korn als die einfachen Stücke derselben Gattung sind und auch in keinem genauen und beabsichtigten Tadehs Paben di u diesen stehen. Nach der Ansicht Maders haben iese Münzen, die man namentlich in Böhmen häufig gefunden hat, und zwar schon seit Anfang des 14. Jabs di als Stempelproben, als erste Abschläge oder als ollen für die künftigen, also als Richtmünzen dienen sollen, die nicht für den Verkehr bestimmt waren. Aus dem letztern Grunde, und damit sich diese Probestücke von den gewöhnlichen Münzen derselben Gattung desto auffallender unterscheiden, aber auch, damit sie sich nicht so leicht verlieren möchten, hat man zuweilen den neuen Stempel zu einer kleinen Münze auf ein größeres Stück Metall von ungewöhnlicher Form abzudrücken versucht oder Metall anderer Art dazugenommen. Vgl. Mader, «Kri⸗ (0 Beiträge zur Münzkunde des Mittelalterso (6 Bde., Prag 1803—15).