FeedDies irae
MusikBrockhaus 1882

Dies irae (lat., d. i. Tag des Zorns) heißt nach den Anfangsworten der lat. Hymnus auf das Weltgericht, dem wegen der Großartigkeit der darin niedergelegten Ideen und wegen der 7 und der Wärme der Empfindung, die sich in ihm ausspricht, schon frühzeitig in dem liturgischen Rituale der Kirche eine bestimumte Stelle (im Requiem) angewiesen wurde. Derselbe stammt aus dem 13. Jahrh. und ist wahrscheinlich von dem Franziskaner homas von Celano (. d.) verfaßt. Im 14. Jahrh. (vor 1385) wurde der Hymnus zuerst von der Kirche aufgenommen, die ihn als Sequenz (s. d.) dem Requiem in der Messe anreihte. Frühzeitig und sehr häufig wurde er ins Deutsche übersetzt: von Ringwaldt, Gryphius, Hiller, Clodius, A. W. Schlegel, Bahlse Follen, Wessenberg, Swoboda, Harms, Bunsen, Knapp, Daniel u. a. Unter den Kompositionen desselben sind besonders die von Palestrina, Durante, Pergolese, Haydn, Cherubini und Mozart hervorzuheben Vgl. Lisco, HDies irae, Hymnus auf das Weltgerichte (Berl. 1840).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 333Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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