Dieskau (Karl Wilh. von), preuß. Generallieutenant und Generalinspekteur der Artillerie, geb. 9. Aug. 1701 zu Dieskau bei Halle, trat 1721 in die preuß. Artillerie, nahm 1736 als Volontär in der österr. Armee am Türkenkriege teil und wurde von König n4 dem Großen wiederholt mit der Begutachtung neuer Erfindungen betraut. D stand bei dem König in hohem Ansehen, wurde 1755 mit Übergehung vieler älterer Majors zum Oberstlieutenant und 1757 zum Oberst und Generalin-Dagele der Zeughäuser, der Artillerieschule und es gesamten Artilleriematerials ernannt und wirkte in dieser, vorher stets von einem General bekleideten, wichtigen Stellung während des ganzen Siebenjährigen Kriegs, wo ihm die Vorbereitung und Ausführung aller auf den Ersatz der Bewaffnung, Ausrüstung und Munition bezüglichen Maßregeln oblag. D. nahm an zehn Feldschlachten und neun Belagerungen teil und zeichnete sich namentlich bei der Belagerung von Schweidnitz 1762 aus. Er wurde 1768 Generallieutenant und Ritter des Schwarzen Adlerordens und starb 14. Aug. 1777 zu Berlin. Die auf den Befehl König Friedrichs des Großen von D. konstruierten und nach ihm benannten „Dieskauschen Geschützer waren sehr leichte Kanonen. Die ersten Modelle erwiesen sich zu schwach, doch sind in den J. 1754—71 neun verschiedene Modelle, durchweg Kammergeschütze, in der preuß. Artillerie eingeführt worden, und zwar Dreipfünder von 1754, 1758 und 1768, Sechspfünder von 1754, 1761, 1762 und 1771, Zwölfpfünder von 1757 und 1759. Die Zwölfpfünder besaßen kurze, nur 14 Kaliber lange Rohre und sollten Granaten schießen.