FeedDiktys (Dictys) von Kreta
GeschichteBrockhaus 1882

Diktys (Dictys) von Kreta, soll als Gefährte des Idomeneus vor Troja die Begebenheiten dieses Kriegs in Form eines Tagebuchs (Ephemeriso) aufgezeichnet haben, das angeblich in seinem Grabe zur Heit des Kaisers Nero aufgefunden wurde, aber, wenn es überhaupt zuerst griechisch geschrieben war, frühestens in der zweiten Hälfte des 1. oder im 2. Jahrh. abgefaßt sein kann. Das Werk wurde von einem weiter nicht bekannten Römer, Lucius Septimius, der wahrscheinlich zu Ende des 3. und zu Anfang des 4. Jahrh. lebte, nach seiner Angabe ins Lateinische übersetzt, nach ant Forschern aber vielmehr von ihm selbst verfaßt und vielfach, namentlich von den spätern Byzantinern, benutzt. Das griech. Original wurde Pon im 15. Jahrh. vergebens gesucht, das lat. Auberlh dagegen ist durch mehrere Handschriften überliefert. Lae erschien es fast immer zusammen mit der Schrift des Dares (s. d.). Die besten Ausgaben haben Dederich (Bonn 1832 u. 1837) und Meister (Epz. 1872) 1874 ert. Vgl. Körting, D. und Dareso (Halle 874), und Zunger, „B.⸗Septimius, Uber die ursprüngliche Abfassung und die Quellen der Ephemeriso (Dresd. 1878).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 352Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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