Isomer (vom grch. Loμπιsσue, von gleichen Teilen) nennt man in der Chemie Verbindungen, welche gleiche prozentische Zusammensetzung, aber verschiedene Eigenschaften haben. Diese Verschiedenheit kann äußerlich sein, krystallinische oder amorphe Gestalt, verschiedene Krystallform, verschiedener Schmelz⸗ und Siedepunkt, verschiedene Farbe. Körper, welche diese Eigentümlichkeiten besitzen, bezeichnet man auch als physikalisch isomere, oder als verschiedene Mo difikationen derselben Substanz. Das Quecksilberiodid ist z. B. in einer gelben und scharlachroten Modisikation bekannt, das schwefelsaure Chromoxydkali kommt als grüne zerfließliche Masse und als in schönen violetten Oktaédern krystallisierender Chromalaun vor, das Chinin als amorphe und wohl krystallisierte Substanz, von der Weinsäure kennt man zwei verschiedene Krystallformen u. s. w. Bei andern Körpern äußert sich die Verschiedenheit in verschiedenem chem. Verhalten. Derartige Fälle von Isomerie kommen namentlich bei organischen Verbindungen vor und bei diesen unterscheidet man wieder zwischen eigentlich isomeren, die gleiche prozentische Zusammensetzung und eine gleiche Zahl von Atomen im Molekül haben, und polymere n/ die bei gleicher prozentischer Zusammensetzung sich durch verschiedene Zahlen der gleichen Atome im Molekül unterscheiden. Als Beispiele von eigentlich isomeren oder auch metameren Körpern mögen folgende dienen. Ein Körper, aus dessen prozentischer Zusammensetzung sich die empirische Formel C. I.O. ableiten läßt, kann entweder Essigsäure CH COOU oder Ameisensäure-Methyläther HCO.0.CIl sein; ein Körper, dessen empirische Formel C. H.0 ist, kann entweder Athyläther C. II, O. C, II,, oder Methylpropyläther von letzterm sind allein acht isomere möglich, von denen bereits sechs bekannt sind. Als einfachste Beispiele von polymeren Körpern dienen die Kohdie alle gleiche von der allgemeinen Formel Cullen, die alle gleiche Zusammensetzung, aber die verschiedensten Eigenschaften haben; der erste dieser Kohlenwasserstoffe, das Athylen C„H., ist ein Gas, das Butylen C. U (von dem drei isomere existieren) ist ebenfalls noch gasförmig, das Amylen C,Hio ist eine bei 35 siedende Flüssigkeit; die noch mehr kondensierten, hierher gehörenden Körper sind teils Flüssigkeiten von immer mehr steigendem Siedepunkt, teils starre krystallisierende Substanzen. Die Ursachen der physik. Isomerie beruhen in einigen Fällen auf Dimorphismus, in andern Fällen sind sie aber nicht zu erklären. Die eigentliche Isomerie und die Polymerie ist immer auf das Vorhandensein verschiedener Radikale zurückzuführen. So haben wir in der Essigsäure das Radikal Methyl (II, mit Carboxyl CO00¹1 vereint, in dem ihr isomeren Ameisensäure-Methyläther ist der Wasserstoff der Carboxylgruppe der Ameisensäure IICOOH1I durch Methyl Cll, ersetzt. Auf ganz gleiche Weise erklären sich alle andern isomeren und polymeren Körper, deren Studium zu den wichtigsten Aufgaben der Chemie gehört. (S. auch Allotropie.) trisch, gleich an Maß. Tuumetrij (grch.), Maßgleichheit; isome-Fiometrische Projektion ist eine Art des geometr. Zeichnens und speziell der orthographischen Projektion, bei welcher man sich den Gegenstand in die Ecke eines Würfels versetzt denkt, mit dessen Diagonale die Sehlinien parallel laufen. Die drei Dimensionen erscheinen dabei auf der Bildfläche in gleichmäßiger Verkürzung. Die isometrische Projektion eignet sich besonders zu Generalansichten eines ssomorphe Körper, s. Isomorphismus.