FeedDinter (Christian Friedr.)
GeschichteBrockhaus 1882

Dinter (Christian Friedr.), berühmter Pädagog, geb. 29. Febr. 1760 zu Borna, erhielt seine Gymnasialbildung auf der Fürstenschule zu Grimma, —1 seit 1780 auf der Universität zu Leipzig heologie und Pädagogik, wurde 1787 Pastor zu Kitzscher bei Borna, bereitete schon damals junge Leute zu Landschullehrern vor und übernahm 1797 die Direktion des Schullehrerseminars zu Friedrichsstadt-Dresden, mit welcher zugleich das Rektorat einer Elementarschule verbunden war. Im J. 1807 vertauschte er diese Stelle mit dem Pastorat zu Görnitz bei Borna, wo er auch ein Proymnasium gründete, wurde 1816 Doktor der Theoogie und preuß. Konsistorial⸗ und Schulrat zu Königsberg, 1822 Professor der Theologie daselbst und starb 29. Mai 1831. D. besaß bei unermüdlichem Fleiße die Gabe vorzüglicher Klarheit und steter Berücksichtigung des Praktischen beim Unterricht, und hat sich sowohl durch die als Prediger und Lehrer mündlich gegebene Anregung wie durch seine Schriften um die Bildung vieler Landschullehrer, besonders im Königreiche Sachsen, namafte Verdienste erworben. Er war der anerkannte eister der Sokratischen Methode, mit welcher er lange Zeit die Volksschule, besonders den Relie in rationalistischem Geiste beerrschte. Das Seminar in Dresden stand unter einer Leitung in hoher Blüte. Nur sein praktischer Sinn machte es ihm möglich, seinem Amte in Königsberg, das eine seltsame Zusammensetzung der verschiedenartigsten Geschäfte war, mit ausgezeichnetem Erfolge vorzustehen. Am bedeutendsten wirkte er als Schriftsteller. Seine Werke sind insgesamt zu Neustadt an der Orla erschienen, zum großen Teil ohne seinen Namen, und umfassen meist Gegenstände der Unterrichtskunst, des theoretischen und praktischen Schulwesens und der Volksbildung überhaupt. Er begann seine schriftstellerische Laufbahn mit dem Erklärenden und ergänzenden Auszuge aus dem dresdener Katechismus v (1800) und dem «Katechismus mit beigefügten Sprucherklärungenv (1801). Diesen folgten: «Die vorzüglichsten Regeln der Katechetiko (zuerst 1802), Kleine Reden an künftige Volksschullehrer (4 Bde., 1803—5 u. Miethos „Die vorzüglichsten Regeln der Pädagogik, Methodik und Schulmeisterklugheitv (zuerst 1806) kp(8 Pöe⸗ zum Gebrauche der Bibel in Volksschulen (3 Bde., 1814.—15 u. öfter), Malvina, ein Buch für Mütterp (1819 u. öfter), Unterredungen über die zwei ersten Hauptstücke des Lutherischen Katechismusd (9 Bde.), «Unterredungen über die vier letzten Hauptstücke des Lutherischen Katechismus » (4 Bde.), 4Vorarbeiten für Lehrer in Bürger⸗ und Landschuleno (2 Bde.), «cReligionsgeschichtes, «Rechnungsaufgabenv, Schulgebete zu allen Jahreszeiteno, «Gedächtnisübungenv und mehrere andere Schulschriften. Auch seine mehrwertes. Sein Hauptwerk, die« Scullehrerbihel sachen Predigtsammlungen bieten höchst Schätzens⸗ (das «Neue Testamentv, 4 Bde., 1825; 4. Aufl. 1841—43; das Alte Testament v, 5 Bde., 1826— 28; 2. Aufl. 1833—37), erfuhr nicht nur von streng vielache sondern auch von wissenschaftlicher Seite vielfache Anfechtungen. Seine «Bibel als Erbauungsbuch» wurde von Brackmann und Fischer fortgesetzt (5 Bde., 1831—33). Seine Sämtlichen Schrifteno gab Wilhelm in vier Abteilungen (1841 fg.), heraus. Die erste — enthält „Exegetische Werker (12 Bde., 1841—48), die zweite SaittemBädaa Werke» (16 Bde., 1840—44), die dritte (Pädagogische Schriften (9 Bde., 1840—45), die vierte Ascetische Werke (5 Bde., 1844—51). Am 1. Sept. 1844 ließ ihm die Gemeinde Görnitz auf dem Dinterberges bei dem Ruual Reben. Hartmannsdorf ein steinernes Denkmal setzen. Auch knüpft sich sein Name an verschiedene Stiftungen. Vgl. D.s Leben, von ihm selbst beschriebeny (mit Erläuterungen und Kommentar herausg. von Niedergesäß, Wien 18799. intzie oder Dengizich, ein Sohn Attilas, welcher nach dem Tode seines ältern Bruders Ellae, der 454 in der für das Hunnenreich verhängnisvollen Schlacht an der Netad gefallen war, an der Spitze der Hunnen nochmals gegen den Westen vordrang, aber von den Ostgoten bei Bassiana in Cchlachten geschlagen wurde. Mit diesen beiden chlachten war die Herrschaft der Hunnen an der mittlern Donau endgültig beseitigt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 366Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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