Dinotherium nannte Kaup eine sehr interessante madeneand⸗ Säugetiergattung, von welcher ein Schädel in den tertiären Bodenschichten bei Eppelsheim unweit Mainz gefunden wurde, der Im in die Länge maß. Stoß⸗ und besonders Backzähne des Tiers sind sehr häufig in allen obertärtiären Schichten Deutschlands, der Schweiz und Hen, aleine die dem Eppelsheimer Sande entspreen, allein ein vollständiges Skelett ist nirgends gefunden worden. Die Nasenbeine fehlen gänzlich, und die Stirnbeine sind verkürzt, sodaß auf dem Schädel eine ungeheuere Grube sich findet; die Schläfengruben sind sehr groß; die Augenhöhlen klein. Schneide⸗ und Eckzähne fehlen im Oberkiefer; die Backzähne sind mit einem queren dachartigen Doppeljoche wie beim Tapir versehen, weshalb —.— Cuvier diese isoliert 9. Der!1 Zähne einem kolossalen Tapir zuschrieb. Der Unterkiefer ist arbild abweichend von jeder bekannten Schädelform gebildet, indem die beiden Vorderzähne desselben ungehener groß, gänzlich nach unten gerichtet und zugleich ein wenig rückwärts gebogen sind. Das ganze Tier muß nach der Größe des Kopfes im Vergleich mit andern bekannten Säugetieren mindestens 5 m lang gewesen sein. Da der Schädel in seinem ganzen abitus, sowie in der Bildung der Nasenhöhlen, des Hinterhauptgelenks u. s. w. demjenigen der Seekühe ehr ähnlich sieht, so wurde das D. von vielen Natur5 chern für ein Wassertier, ähnlich den pflanzenfressenden Waltieren gehalten; seitdem aber Reuß in Böhmen neben andern Teilen des Skeletts die fast vollständigen Fußknochen auffand, kann es nur als ein Rüsseltier betrachtet werden, welches den Mastodonten und Elefanten verwandt war.