FeedDiocletianus (Gajus Aureuus Valerius)
GeschichteBrockhaus 1882

Diocletianus (Gajus Aureuus Valerius), mit dem Beinamen Jovius, röm. Kaiser, geb. 245 n. Chr. in Dalmatien zu Dioklea oder Doklea bei Scodra unter dem Namen Diokles, aus niederm Stande, kam seit der Zeit des Kaisers Gallienus im Kriegsdienste empor und wurde nach dem Tode des Kaisers Carus und seines Sohnes Numerianus, deren Leibwache er kommandierte, am 17. Sept. 284 zu Chalcedon von Repräsentanten des Heeres zum röm. Kaiser ausgerufen. Der Aufstand der Bagauden in Gallien und die Gefahr, die von den deutschen Völkern am Rhein drohte, bewog ihn, 285 seinen Freund, den Maximianus (Herculius), einen tüchtigen Feldherrn, unter dem Titel eines Cäsars, dann, als derselbe siegreich gewesen, am 1. April 286 als Augustus zum Mitregenten zu erheben. Die Bedrängnis, in der sich das Römische Reich infolge teils zahlloser Empörungen in den Provinzen und D.rtehnallade Erhebungen von Gegenkaisern, teils der Einfälle der Germanen und Perser damals befand, bestimmte den D., der ein ausgezeichneter Staatsmann war, ein neues System zu Ius Pus Es galt, das Reich regierbarer zu machen, das Prätendententum zu beseitigen, überall die Ordnung und namentlich eine regelmäßige Thronfolge herzustellen. Daher sollte das Reich in vier Teile zergliedert werden, derart, daß ein Oberkaiser, D. selbst, mit einem Cäsar in der Osthälfte, ein zweiter, Augustus aber mit seinem Cäsar im Westen regierte. Nach 20 Jahren sollten die Auguste abdanken, die Cäsare zu Augusten erhoben werden, die für sich dann neue Cäsare zu ernennen hatten. Daher ernannten die beiden Herrscher zu Nikomedia und Mailand 1. März 293 den Galerius Maximianus und Constantius Chlorus zu Cäsaren und teilten die Verwaltung in der Art, daß Maximian Afrika, Spanien und Italien, Constantius Gallien, Galerius Illyricum, D. Thrazien und den Orient regierte. Daran schloß sich 293 — 297 die Gliederung des Reichs in 12 Diöcesen und dieser wieder in 101 kleinere Provinzen. D. unterwarf 296 den Achilleus, der sich die Herrschaft über Agypten (286) angemaßt hatte, und tötete che nach der Eroberung von Alexandria. Währenddessen hatte Constantius 296 das seit mehrern Galemn abgefallene Britannien wieder unterworfen, Galerius gegen den Perserkönig Narses anfangs unglücklich, dann siegreich gekämpft, — in dem Frieden, den er und D. 297 mit arses schlossen, die Grenzen des Reichs in Mesopotamien und am obern Tigris erheblich erweitert wurden; von beiden Kaisern wurde in Rom zu Ende 303 ein glänzender Triumph gefeiert. Frei⸗ —+* endlich legte D., wie es gleichzeitig Maximian in Mailand that, 1. Mai 305 in Nikomedia die Herrschaft nieder und lebte hierauf auf seinen Gütern bei Salonä in Dalmatien, wo er 313 starb. Unter der Regierung des D. wurden die republikanischen Formen vollends beseitigt, die kaiserl. Herrschaft auch durch die Pracht ihrer Erscheinung, durch die Sitte der Adoration, die D. statt der Salutation einführte, dem orient. Despotismus genähert, daneben die Armee neu organisiert und die Militärgewalt in den Provinzen von der Civilgewalt grundsätzlich getrennt. Eine allmählich sehr grausam 5⁰ estaltende Christenverfolgung ging auf D.s gsehl 303 von Nikomedia aus. Sein neues Successionssystem bewährte sich nicht; neue Thronkriege zerrütteten große Teile des Reichs, bis nachher des Constantius Chlorus Sohn, Konstantin d. Gr., das Reich wieder vereinigte, das Christentum rechtlich den alten Kulten gleichstellte, durch Wiederaufrichtung aber und Fortbildung der diocletianischen Verwaltungsgrundsätze das Reich wieder neu befestigte. Vgl. Vogel, «Der Kaiser D.y (Gotha 1857); Bernhardt, «D. in seinem Verhältnis zu den Christen (Bonn 1862); Preuß, „Kaiser D. und seine Zeite (Lpz. 1869).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 368Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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