Diodati (Johann), reform. Theolog, geb. 6. Juni 1576 zuGenf, stammte aus einer adeligen Familie von Lucca, welche wegen Hinneigung zur Reformation Italien verlassen hatte. Erst 21 J. alt ward D. auf Bezas Rat zum Professor der hebräischen Sprache ernannt, hielt seit 1599 auch theolog. Vorlesungen, ward 1608 Pfarrer und 1609 Professor der Theologie zu Genf. Durch eine Visitationsreise (1611) den Reformierten Frankreichs bekannt geworden, wurde mehrfach versucht, ihn dorthin zu ziehen, doch ging er nur kurze Zeit 1614 nach Nimes. Auf der dordrechter Synode machte er seinen Einfluß gegen die Arminianer geltend. Nachdem er 1645 sein Amt niedergelegt hatte, starb er am 3. Okt. 1649. Von seinen Schriften sind besonders zu nennen eine paraphrasierende übersetzung der Bibel ins Italienische (Genf 1603) und ins Französische (Genf 1644), eine franz. übersetzung von Sargis Geschichte des Tridentinischen Konzils (Genf 1621 und öfter), Relation de l'état de la religion en oceident traduite de l'anglois d'Edwin Sandyso (Genf 1626).