Diodötus ist der Name dreier Philosophen des Altertums: 1) eines Stoikers, welchen Cicero als seinen Lehrer und spätern Hausfreund erwähnt; 2) eines von Strabo genannten Peripatetikers, der mit seinem bedeutendern Bruder Böthus von Sidon in der Mitte des 1. Jahrh. v. Chr. lebte; 3) eines Platonikers, welcher, auch unter dem Namen Theodotus, einer der Scholarchen der Akademie in der ersten Hälfte des 3. Jahrh. n. Chr. war. Diogeénes von Apollonia auf Kreta, auch der Physiker genannt, lebte im 5. Hensch v. Chr. und gehört zur spätern ion. Philosophenschule. Er Higt sich als Eklektiker, indem er den physischen rstoff der Jonischen Schule (s.d.), den er mit Anaximenes als luftartig vorstellt, mit dem zweckthätigen Weltverstand (9os), den Anaxagoras behauptet hatte, identifiziert und aus demselben durch den mechan. Prozeß der Verdichtung und Verdünnung die einzelnen Stoffe in verschiedenen Phasen ableiten will, deren Anordnung an die Lehre Heraklits erinnert. Wertvoller ist seine ausgesprochene Richtung auf empirische Beobachtungen, worunter glückliche Apercus namentlich über die organ. elt vorkommen. Die Fragmente seiner Schrift haben Schorn (Bonn 1829), Panzerbieter (Lpz. 1830) und Mullach in den Fragmenta philosophorum Graecorumo (Bd. 1, Par. 1860) gesammelt. Vgl. Schleiermacher, «über D. von Apolloniay in den Vermischten Schrifteno (Abteil. III der Werken, Bd. 2), womit jedoch die viel ungünstigere, aber richtigere Behandlung des D. in dessen späterer Geschichte der Philosophie zu vergleichen.