FeedDistel
PflanzenreichBrockhaus 1882

Distel nennt man im gewöhnlichen Leben fast jede stachelige oder dornige Pflanze, und zwar belegt man vorzugsweise solche Gewächse mit dem Namen D., welche kopfartige Blütenstände haben und deren Blütenhüllen aus dornig endigenden Hüllblättchen bestehen. Diese als D. bezeichneten Pflanzen sind meist Arten der Gattungen Carduus, Cirsium, Carlina, Onopordon, Silybum, Echinops, die sämtlich zu der Familie der Kompositen gehören. Von der Gattung Carduus kennt man gegen 50 Arten, die vorzugsweise in Europa, Nordafrika und Westasien einheimisch vorkommen. Es sind krautartige, aufrechtstehende Gewächse mit buchtig gezähnten oder fiederteiligen stacheligen Blättern. Die Blüten stehen meist in kugeligen Köpfchen, die Blumenkrone ist gewöhnlich rot gefärbt, die Früchte sind Achenen, die einen aus einfachen Haaren bestehenden Pappus auf ihrer Spitze tragen. Die Hülle der Köpfchen ist aus vielen dachziegelartig übereinander liegenden, mit Stacheln versehenen Schuppen zusammengesetzt. Von zwei in 1ns 1. land einheimischen Arten, Carduus nutans L. und Carduus crispus L., werden in einigen Gegenden die jungen Triebe als Gemüse oder Salat ge-Pdie (Betreffs der übrigen genannten Gattungen ie speziellen Artikel.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 399Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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