Dipsacus L., Pstanzengattung aus der nach ihr benannten Familie der Dipsaceen. Man kennt nur wenige Arten, welche teils in Europa, teils im tropischen Asien und nördl. Afrika einheimisch vorkommen. Es sind zweijährige oder perennierende krautartige Pflanzen, deren Blüten wie die der übri-Bu Dipsaceen in Köpfchen gestellt sind; die einzelnen lüten sind durch lange, starre, mit steifen Haaren versehene Deckblättchen voneinander getrennt; sie haben vier Staubgefäße und einen unterständigen is fünfspaltig und hat ungleiche Zipfel. Die wichtigste Art ist die sog. Weberdistel, Weberkarde oder Kardätschendistel, D. fullonum L.; sie wächst im südl. Europa wild, wird aber wegen ihrer ausgedehnten technischen Verwendung vielfach kultiviert, so in Pterreich, Schlesien, Sachsen, Bayern und Thüringen. Sie ist eine zweijährige Pflanze, welche zahlreiche große Blütenköpfe mit blaßrötlichen oder weißen Blumen besitzt, zwischen denen längliche zugespitzte, starre und mit einer hakig zurückgekrümmten Spitze versehene Deckblättchen stehen. Da diese steifen, spitzigen Deckblättchen eine bedeutende Festigkeit besitzen, so werden die ab9 chnittenen unreifen Blütenköpfe unter dem Namen auhkarden oder Weberkarden zum Rauhen, Kardätschen wollener Zeuge und Strumpfwaren in der Autden in großer Menge verbraucht. Die besten Karden werden aus Holland und Frankreich bezogen, wo sie ebenfalls imgroßen kultiviert werden. Die Wirkung derselben besteht darin, daß durch die hakig Leilmmten Spitzen der Deckblätter feine Fasern aus dem Gewebe hervorgezogen werden und so durch eine gleichmäßige wollige Decke der Fadenverlauf verhüllt wird. In Deutschland kommt eine andere Art wild vor, die sog. Waldkarde, D. silvestris L., mit rosenroten Blüten, deren Deckblättchen jedoch keine hakig gekrümmten Spitzen besitzen und deshalb nicht zum Kardätschen zu verwenden sind.