Distelmeyer (Lampert), kurbrandenburg. Kanzler, geb. 22. Febr. 1522 in Leipzig, studierte in Leipzig Theologie und Humaniora, daneben auch das röm. Recht und kam 1545 in die Kanzlei des Herzogs Moritz, aus der er 1547 in den Dienst der lausitzer Stände und 1550, mittlerweile in Leipzig zum Doctor juris promoviert, an den Hof Joachims II. von Brandenburg gezogen wurde. Damit betrat er eine lange und ruhmvolle Beamtenlaufbahn, in der er seit 1558 30 Jahre lang als Kanzler die Politik des Kurstaates leitete. Schon in dem Kriege gegen Karl V. 1552, dann bei dem Religionsfrieden von Augsburg 1555 wirkte er bedeutend mit im Sinne der prot. Politik, zu deren Sicherung er die alte Erbeinung mit Sachsen und Hessen erneuerte. Im J. 1569 verschaffte er dem Kurfürsten die Mitbelehnung auf das Herzogtum Preußen, woran sich 1573 die Aussicht auf die Erwerbung von Kleve-Jülich knüpfte: ein diplomatischer Erfolg, den ihm Joachim II. mit der Erteilung des Ritterschlages vergalt. D. kann auch in seiner innern Politik, die auf Förderung der prot. macht er und straffe Ausbildung der Territorialmacht abzielte, als einer der Gründer des uaur oll. Staats, ein echter Vorläufer des Großen 5 urfursten und seiner Beamten W** werden. Er starb 12. Okt. 1588. stelorden, ein dem heil. Andreas gewidmeter schott. Orden, der angeblich 787 durch Achajus und Hungus, Könige der Picten und Scoten, zur Erinnerung an einen Sieg gestiftet-wurde, den sie dem heil. Andreas zu verdanken glaubten. Dieser Sage gegenüber steht fest, daß der schott. König Jakob V. den Orden 1540 stiftete. Aeniinte sollte aus 12 Rittern bestehen und seine Feier ichkeiten in der Andreaskirche zu Edinburgh begehen. Nachdem der rden längere Zeit in Vergessenheit geraten war, ward er am 29. Mai 1687 von Jakob II. wieder erneuert. Mit der Vertreibung Jakobs verfiel er nochmals, wurde jedoch 31. Dez. 1703 von der Königin Anna wiederhergestellt und 17. Febr. 17¹⁵ durch Georg J. bestätigt. Dieser veränderte die Statuten, behielt aber die Zwölfzahl der Ritter bei, welche immer schottische oder mit Schottland in Verbindung stehende Peers sind, und ordnete die jährliche Feier des Ordensfestes am 30. Nov. an. Die Ritter tragen an dunkelgrünem, über die linke Schulter geschlungenem Bande ein eirundes goldenes Schildchen, auf welchem der heil. Andreas in blauer Kleidung hinter einem Märtyrerkreuze steht, das er festhält; sodann auf der Brust einen Stern, bestehend aus einem weißen, mit Gold eingefaßten Frabten zwischen dessen Teilen silberne Flammen strahlen, und auf welchem ein rundes goldenes Schild mit dem Bilde einer n Drdens istel in rünem Felde liegt. Auf beiden Ordenszeichen beindet sich die Ordensdevise: Nemo me impune lacessit (d. h. Niemand fordert mich ungestraft heraus). Bei Feierlichkeiten tragen die Ritter eine eigene Ordenstracht. Als Beamte des Ordens fungieren ein Dekan, ein Sekretär, ein Wappenkönig und ein Grünstab (usher of the green rod).