FeedDisteli (Martin)
ErdkundeBrockhaus 1882

Disteli (Martin), geistreicher Karikaturenzeichner, wurde geb. 1. Mai 1802 zu Olten im Kanton Solothurn. Zum Staatsdienst bestimmt, studierte er in 7½ und Jena. Zwei große die Miude gen, die er mit dem Tintenrührer auf die Wände des Carcers in Jena malte, und die den komisch behandelten Raub der Sabinerinnen und Marius als alten Studiosus auf den Trümmern von Karthago zum Gegenstand hatten, erregten solches Aufsehen, daß das Carcer auf Befehl des Großherzogs, um diese Zeichnungen zu erhalten, geschlossen ward. Er besuchte dann einige Zeit die münchener Akademie und lebte hierauf zu Olten. Seine bildlichen Darstellungen zu Fröhlichs Fabelne sind, von dem naivsten und zugleich echt künstlerischen Humor belebt, wahre Meisterstücke ihres Fachs. Sodann wandte er sich besonders der olit. Karikatur zu und lieferte auch darin viel Ergötzliches, vom künstlerischen Gesichtspunkt indes nicht ohne dilettantische Schwächen. Hervorzuheben ist vornehmlich der von ihm seit 1839 in Solothurn herausgegebene Schweiz. Bilderkalender o. Im J. 1841 lieferte D. 16 radierte Blätter zu den in Solothurn erschienenen Abenteuern des Freiherrn von Münchhausen. Eins seiner besten Blätter ist die Empörung der Hasen gegen den Jäger (in Solothurn herausgegeben). Er starb 18. März 1844 zu Solothurn. Vgl. Hartmann, «Martin D. Ein Künstlerleben (Soloth. 1861).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 400Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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