FeedBerg (Günther Heinr., Riuhler von)
Recht & StaatBrockhaus 1882

Berg (Günther Heinr., Riuhler von), deutscher Staatsmann und oldenb. Minister, udi 27. Nov. 1765 zu Schweigern bei Heilbronn, studierte 1783 —86 in Tübingen die Rechte und ging dann nach Wetzlar und Wien, um die reichsgerichtliche Praxis kennen zu lernen. Im J. 1793 wurde er nach Göttingen als außerord. Professor der Rechte berufen und zum Beisitzer des Spruchkollegiums ernannt, trat dann 1800 als Hof⸗ und Kanzleirat in die Rochtstont Hannover ein und wurde zugleich Rechtskonsulent des Ministeriums. Bei der wesfel.) der hannov. Ronierun durch die we sur Regierung trat er als 9 1515 als Oberin fürstl. lippe-bückeburg. und 1815 als Oberappellationsgerichtspräsident in oldenb. Dienste. Bis 1821 vertrat er die 15. Stimme beim Bundestage, verließ jedoch, mißgestimmt durch die Hindernise, welche die Reaktion bereitete, Frankfurt und ging nach Oldenburg zurück. Zum Geheimrat und zum zweiten Mitgliede des Kabinetts ernannt, führte er daneben noch bis 1830 den Vorsitz im O um Mdenbuta die an Im J. 1834 vertrat er neben Oldenburg die anhalt. und schwarzb. Fürstentümer auf den Ministerialkonferenzen in Wien. Auch im hohen Alter noch unausgesetzt thätig, wirkte er für die innere Entwickelung des Landes sehr segensreich. B. wurde 1838 in den österr. Freiherrnstand AUnten und starb zu Oldenburg 9. Sept. 1843. Unter seinen andernde größtenteils das deutsche Staatsrecht behandelnden Schriften sind hervorzuheben: Das deutsche Polizeirecht) (5 Bde., Hannov. 1801—9) und «Abhandlungen zur Erläuterung der Rheinischen Bundesaktes (Bd. 1, Hannov. 1808). Verg (Karl Heinr. Edmund, Freiherr von), verdienter Forstmann, des vorigen Sohn, geb. 30. Nov. 1800 zu Göttingen, studierte 1815—17 auf der Forstakademie zu Dreißigacker, bezog dann die Universität Göttingen, verließ dieselbe aber 1818, um in Bückeburg, Lautenthal und in Lauterberg am Harz sich zum Praktiker zu bilden. B. trat im Aug. 1820 als Auditor bei den oberharzischen Berg⸗ und Forstämtern zu Klausthal in hannöv. Staats-Forssc 1821 erhielt er an der daselbst neuerrichteten Forstschule die Stelle eines Hilfslehrers, wurde 1824 zum Forstschreiber mit Sitz und Stimme im Kolleum und 1830 zum Oberförster, Referenten im Berg⸗ und Forstamte und Kontrolleur im Walde Chef der achdem er 1833 als Oberförster und Chef der Forstinspektion nach Lauterberg versetzt worden, führte er das Privatforstinstitut seines Vorgängers von Uslar zur Ausbildung praktischer Forstmänner fort. Im J. 1845 nahm er den Ruf als Oberforstrat, Direktor der Akademie für Forst⸗ und Landwirte zu Tharand und als Mitglied der Forst-Craminationskommission im Königreich Sachsen an. Unter seiner Mitwirkung wurden 1843 der Harzer und 1847 der Sächsische Forstverein gegründet. Nachdem B. 1866 in Ruhestand getreten war, starb er 20. Juni 1874 zu Schandau. Außer durch zahlreiche Arbeiten in Fachjournalen hat er sich als Schri teller einen ehrenvollen Namen erworben durch die Schriften: Anleitung zum Verkohlen des Holzes„(Darmst. 1830; 2. Aufl. 15790 Über das Verdrängen der Laubwälder im nördl. Deutschlando (Darmst. 184%, „Die Jagdfrage und die Jagdgesetzgebung (Lpz. 1840 „Aus dem Osten der österr. Monorchies (Dresd. 1860), „Pürschgang im Dickicht der Forst⸗ und Jagd-Onlder (Dresd. 1869), 4Geschichte der deutschen äldern (Dresd. 1871). Ebenso machte er sich verdient durch neue Bearbeitungen von Cottas »Waldbau» (7. u. 8. Aufl., Lpz. 1849, 1856) und von Jesters Werk «Die kleine Jagdo (3. u. 4. Aufl., Lpz. 1848, 1859). Auch leitete er 1846—64 die Redaction des Forstwissenschaftlichen Jahrbuchs der Akademie Tharandy (Bd. 3—16, Lpz. 1846 fg.).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 798Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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