Doberan, Dobberan, Stadt im Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin, im Domanialamt D., umgeben von Waldungen mit prächtigen Promenaden, hat (1880) 3950 E., auf dem mit hohen Bäumen besetzten Platz, dem Kamp, ein großherzogl. Schloß mit einem prachtvollen Garten, ein Palais am Alexandrinenplatz, ein Gymnasium, ein Schauspielhaus, ein neues Rathaus mit schönem Saale und ist die zweite Sommerresidenz des Großherzogs und Sitz eines Amtsgerichts, sowie Badeort mit sehr kräftiger, viel besuchter Stahlquelle. In dem reizend gelegenen Badehaus befindet sich ein pneumat. Kabinett. Die Kirche, 1232 vollendet und ursprünglich im Rundbogenstil errichtet, um 1350 jedoch gänzlich umgebaut und seit 1842 restauriert, 90 in dem 28 mhohen Innern eine der schönsten Norddeutschlands und liegt inmitten eines schönen Parks. Angebaut ist die uralte Bülowkapelle und die Grabkapelle der alten Herzöge von Mecklenburg mit dem Denkmal des Herzogs Friedrich Franz und vielen andern Monumenten. Das von Pribislaw II. 1186 gegründete Cistercienserkloster wurde 1552 säkularisiert, später in ein fürstl. Jagdschloß verwandelt und ist jetzt Ruine. Neben der Kirche befindet sich die 1879 restaurierte Heilige Blutskapelle mit Glas⸗ und Wandmalereien. Der Ort hat einige Industrie, wie Maschinenfabrik und Brauerei. Vgl. „Beschreibung von D.y (Wismar 1857); Compart, «Geschichte des Klosters D. bis zum J. 13005 (Rost. 1873). Etwa 5½ km mvon D. entfernt liegt das Seebad Heiligendamm, unmittelbar an der See auf einem hohen, sich weit ins Meer hinauserstreckenden, 300 m breiten und 2 bis 2, m hohen Walle von eigentümlich gefärbten und gebildeten Steinen, welche der Sage nach in einer Nacht von dem Meere ausgeworfen sein sollen, am Saume eines roßen Buchenwaldes, mit Logierhäusern und Vilen. Das Seewasser besitzt hier, da kein bedeutender Fluß in der Nähe mündet, einen beträchtlichern Gehalt an festen Bestandteilen als in den meisten übrigen Ostseebädern. Empfohlen werden die Seebäder D.s in allen den Fällen, in denen das Seebad überhaupt von Nutzen ist, nur daß hier wegen des in Vergleich mit den Bädern der Nordsee, des Mittelländischen Meeres u. s. w. geringern Salzehalts und Wellenschlags die Veränderungen im Zustande des Kranken weniger stürmisch herbeigeders werden als in jenen, weshalb es auch besoners schwächern und reizharen Naturen bekommt. Die beste Badezeit beginnt Mitte Juli und dauert bis Ende September. Heiligendamm ist das älteste Seebad in Deutschland und wurde 1793 auf Befehl des Herzogs Friedrich Franz unter der Leitung des Arztes von Vogel eingerichtet und ist seit 1873 im Besitz einer Aktiengesellschaft. Vgl. Kortüm, Das Seebad D. u. s. w.y (Rost. 1858); derselbe, KcDas Ostseebad Heiligendamm als klimatischer Kurortv (Rost. 1844).