Docks (lengl.) nennt man bestimmte Bauwerke und Vorrichtungen für Schiffahrtszwecke. Man 1) Nasse Docks oder Flotthäfen. Diese sind künstliche abschließbare Wasserbecken zur Aufnahme von Schiffen. Sie vertreten die Stelle des Hafens. In ihnen wird das Wasser, welches bei Flut eingetreten ist, durch Absperrvorrichtungen zurückgehalten, sodaß die darin befindlichen Schiffe zu jeder Zeit von einer Stelle zur andern bewegt werden können. Man baut diese D. da, wo die Schiffe während der Ebbe auf den Grund geraten müßten und dadurch, Eieden u im beladenen Zustande, großen Schaden leiden würden; dann auch da, wo die Schiffe wegen mangelnder Tiefe nicht an das Ufer gelangen und Löschen und Laden nur zu einer gewissen Zeit der Flut stattfinden könnte. 2) Die Trockenen Docks sind feststehende, abschließbare, künstliche Wasserbecken, aus denen das Wasser beseitigt werden kann, wenn das Schiff eingefahren ist, wodurch das Fahrzeug trocken gelegt wird. Sie dienen zum Ausbessern und Untersuchen der Schiffe. Die Entleerung kann unmittelbar durch die Ebbe erfolgen. Das Schiff fährt bei Flut ein, das Becken wird abgeschlossen, das Wasser durch einen Kanal bei Ebbe entleert und der weitere Zutritt bei wieder steigender Wasserhöhe durch Absperren des Kanals verhindert. Dieses Verfahren ist jedoch nur dort möglich, wo, wie dies bei den D. von Long-Island der Fall ist, der Unterschied zwischen Ebbe und Flut bedeutend (m) ist. In andern Fällen muß das Entleeren anz oder teilweise durch Auspumpen erfolgen. Zur Stützung des trocken gelegten Schiffs dienen allseitig ellden Streben; der Kiel ruht dabei auf Stapelklötzen, deren Oberfläche genau in derselben Ebene liegen. Das erste Trockene Dock in England wurde infolge einer Parlamentsakte von 1708 in Liverpool gebaut, ihm verdankt diese damals noch unbedeutende Stadt ihre jetzige Größe. Als Abichlusvorrichtnngen werden bei Trockenen und Nassen D. entweder Thore wie bei den Schleusen, oder jetzt fast überall schwimmende Pontons verwendet, welche vor die Einfahrtsöffnung gefahren und daselbst bis zum Grunde durch Einpumpen von Wasser niedergesenkt werden. 3) Die Schwimmenden Docks älterer Konstruktion bestanden aus einem hölzernen Kasten, dessen Längswände fest mit dem Boden verbunden waren, während die beiden Querwände durch je ein Paar Stemmthore oder eine Klappe mit horizontaler Achse gebibdet wurden. Wenn diese Thore lng eri und der Kasten mit Wasser gefüllt war, ag er so tief, daß ein Schiff hineinfahren konnte. Schloß man sodann die Thore und pumpte die Kammer aus, so hob sich das D., jedoch nicht so weit, daß die Thore geöffnet werden konnten. Gilbert ließ die Querwände weg und konstruierte Boden und Längswände als hohle Kästen, welche mit Wasser gefüllt und wieder leer geschöpft werden können. Die ersten D. dieser Art hieß man Balancedocks. Man hat die Schwimmenden D. wohl auch der Länge nach in selbständige Abteilungen geteilt, die entweder einzeln zum Docken kleiner Fahrzeuge oder verbunden für größere Schiffe dienen. Bei Janickis Schwimmenden D. werden die vier eisernen, unten offenen Pontons durch Einpumpen komprimierter Luft gehoben. Um das D., wenn es nicht benutzt wird, flott und stabil zu erhalten, ohne stets pumpen zu müssen, sind die Pontons an den Seiten mit wasserdichten Abteilungen Clarke Bei dem Röhrenschwimmdock von Clarke bestehen Dockboden und Wände aus mittels Gitterwerk verbundenen Röhren, aus denen das Wasser durch komprimierte Luft ausgepreßt wird. Bei dem berühmten Rostdock im russ. Kriegshafen von Nikolajew, von Clarke und Stanfield erbaut, sitzen an einem Längsponton eine Reihe von Querpontons, welche das Schiff zu tragen bestimmt sind und durch ein Gegengewicht an der andern Seite des Längspontons ausbalanciert werden. Vor der Trockenlegung wird das Rostdock zwischen Pfahlreihen am festen Ufer eingefahren, welche sodann das Schiff unterstützen. Zur Hebung des Schiffs reicht das Auspumpen der Querpontons aus. Einzelne Pontons des genannten D. können auch selbständig zum Docken verwendet werden. Bei dem genannten Bauwerke ist das Längsponton 85 malang, 13,5 mehoch und 3,7 mbreit. Es besteht aus drei Längen von je 30,3 m und 25 m. Die Querpontons sind 22 mlang. In neuerer Zeit werden die Schwimmenden D. sämtlich aus Eisen gebaut. 4) Zu den feststehenden Docks mit vertikaler Hebung des Schiffs ist vorerst das in Nordamerika zur Anwendung gekommene Schraubendock zu zählen, bei welchem das Schiff zwischen Pfahlreihen mittels Schrauben über Wasser gehoben wird, während bei den von Clarke erfundenen hydraulischen D. das Schiff zwischen Pfählen über eine Plattform fährt, welche mittels hydraulischer Pressen samt dem Schiffe zum Emporsteigen gebracht wird. In den Victoria-D. zu London hebt man et diese Weise Schiffe bis zu 4000 t in einer Viertel-bis halben Stunde. 5) Man hat auch Dockanlagen ausgeführt, in welchen die Fahrzeuge erst gehoben, dann aber in der Längsrichtung auf Schleifbahnen ans Ufer gezogen und dort repariert werden, während das Schist beauh D. inzwischen beliebig für andere Schiffe benutzt werden kann. Die erste derartige Anlage ist im österr. Kriegshafen von Pola für Schiffe bis zu 5300 t Gewicht ausgeführt. Ahnliche Anlagen bestehen zu Cartagena, Danzig u. s. w. Großartige Nasse D. finden sich an den Häfen Londons mit seinen unermeßlichen Warenlagern. Auf der Ostseite des Tower liegen die 1828 eröffneten St.⸗Katharine's-D. mit einem Flächenraume von fast 10 ha. Die zu den Bassins führenden Schleusenthore gestatten zur Zeit der Flut Schiffen von 700 t den Ein⸗ und Auslauf. Die östlich hiervon gelegenen London-D., 1805 mit einem Aufwande von 4 Mill. Pfd. St. auf einem Flächenraume von über 48 ha erbaut, enthalten Wasserraum für 300 große Schiffe, die Leuchtschiffe nicht mit eingerechnet. Am rechten Ufer der Themse liegen in Rotherhithe die fünf großen, einen Flächenraum von über 20 ha bedeckenden Commercial-D. und daneben die für Holz gebrauchten Surrey-D. Zwischen Limehouse und Blackwall auf der Isle of 97 die durch eine scharfe 16 uberl der Themse hier gebildet wird, liegen die über 120 ha großen Westindia-D., wohl die größten der Welt, mit Raum für 460 Westindienfahrer. Die kleinern Castindia-D. sind bei Blackwall, etwas weiter stromabwärts. Die Milvall-D., 40 ha groß (14 ha Wasserfläche), liegen vor der Isle of Dogs, südlich von den Westindia-D. Noch weiter abwärts, zwischen Bow-Creek und North-Woolwich, liegen die Victoria and Albert-D., 4, km lang, mit elektrischem Licht erleuchtet. Von den bedeutenden D. zu iverpool, 27 an der Zahl, sind als die wichtigsten die Prince's⸗, Waterloo⸗ und NewNorth-D. zu nennen. Sie sind unter sich vielfach mit Schleusen verbunden, um bei einem Brande die Schiffe isolieren zu können. 0 Deutschland finden sich beachtenswerte D. zu Wilhelmshaven, Hamburg und Bremerhaven, woselbst der Kaiserhafen als besonderes Bassin zum Ausladen feuergefährlicher Gegenstände dient. Eine wichtige Rolle spielen die D. auch als Vermittler zwischen Kanal⸗ und Seeverkehr; zu den wichtigsten neuern Anlagen dieser Art gehören z. B. die D. des Bridgewaterkanals zu Runcorn am — die D. der Berkeley⸗ und Gloster-Schifffahrt zu Sharpneß und zu Gloucester am Severn, die D. der Aire⸗ und Calder-Schiffahrt zu Goole am Humber u. s. w. „Illand s. Dokkum.