Dolee (Carlino), florent. Maler, s. Dolei (Carlo). Dolce (Lodovico), ital. Dichter und Gelehrter, geb. um 1508 zu Venedig, wo er sein Leben zubrachte und 1568 starb. Von seinen Lebensschicksalen ist wenig mehr bekannt, als daß er beständig egen Sorgen und Gegner anzukämpfen hatte. Die Jahl der von ihm verfaßten, herausgegebenen und kommentierten Werke beläuft sich auf einige siebzig, darunter mehrere Ausgaben lat. und ital. Dichter und Prosaiker. Von seinen eigenen Schriften sind nennenswert: Dialogo della Pitturas (Vened. 1557; Flor. 1735 u. öfter), Delle diverse sorti di Gemmers (Vened. 1565), Delle qualità, diversitdà e proprietà dei colorio (Vened. 1565), Tragedies (Vened. 1560, 1566 u. öfter), ECommedies (Vened. 1560 u. öfter), L'Achille el'Enea (Vened. 1571), Iquattro libri delle Osservazionid (Vened. 1562), „Le prime imprese del Conte Orlando (Vened. 1572, ein episches Gedicht in 25 Gesängen), LLe Trasformazionio (Vened. 1561). Dolce far niente (ital.), das süße Nichtsthun, der holde Müßiggang. Dolch, eine kurze Stoßwaffe mit einem Griff und einer gemeiniglich zweischneidigen, zuweilen auch dreikantigen, scharf gespitzten Klinge. Der D. kommt bereits im sog. Steinalter vor, geschlagen aus Feuerstein und am Griff bisweilen mit dem Fischgrätenmuster ornamentiert (s. vorstehende Fig. 1 und 2). Mannigfaltiger in der Form erscheint er in der Metallzeit aus Bronze gegossen, der Griff entweder gleichfalls aus diesem Metall, dann in der Regel angenietet und nicht selten verziert (s. Fig. 3), oder an einer langen Griffzunge mit Holz, Horn oder Bein verschalt; diese Bekleidung is indes fast immer in den Gräbern u. s. w. vermodert. In der Merovingerzeit bildet ein Messer (althochdeutsch sahs, angelsächs. seax), dessen starker Rücken, sich nach vorwärts biegend, in die Schneide verläuft, oder dessen gerade Klinge am Ende die Spitze in der Mitte zeigt, den Ubergang vom Dolch zu dem gewichtigen Kurzschwert, dem Seramasax. Bei den Agyptern, Hebräern und Assyrern entwickelte sich der D. durch reiche Beschläge an Griff und Scheide zu einer Prunkwaffe, besonders wurde der Knauf gern zu einem Tierkopfe mit symbolischer Bedeutung gestaltet. Die Perser, Meder und Skythen trugen einen eigentümlichen, kurzen, geraden D. (&ινναννα) an einem Bandelier, welches um den Gürtel befestigt war, sodaß er auf den rechten Schenkel herunterhing. Zu Hissarlik (Troja) fand Schliemann einen silbernen D., den er für eine Ceremonialwaffe hält, und auf der Akropolis von Mykenä einen solchen von Bronze. Der Gebrauch des D. wurde in Griechenland neben dem Schwert erst später allgemeiner als selbständige Waffe, bei den Lacedämoniern auch als kurzes, etwas gekrümmtes Messer (Soνr). In Rom wurde es erst seit Vespasian üblich, neben dem Schwerte auch einen D. zu führen, und zwar an der rechten Seite, während jenes an der linken hing. Bei dem Kaiser, dem Praefectus praetorio, den Kriegsobersten und Hauptleuten galt er (Pugio genannt) als Zeichen der Macht über Leben und Tod. In der Hand des Meuchelmörders hatte der D. die Benennung sica. Im Norden wurde das einschneidige Messer (sax) von dem D. mit einer Parierstange nur sehr all—⸗ mählich verdrängt, bei den Sachsen und überhaupt im Volke erhielt sich jenes noch lange, während der D. auch ein Teil der eigentlich ritterlichen Bewaffnung und, wie das Schwert, an einer Kette, die für ihn von der rechten Brustseite herabhing getragen wurde. Die Franzosen nannten ihn au miséricorde, weil man den im Zweikampf zu Boden gestreckten Gegner, falls er nicht um Gnade bat, damit zu töten pflegte. Auch vornehme Frauen trugen in jener Zeit den D., aber nur als Zier, am Gürtel, sogar die Bischöfe, die nicht selten in kriegerischen Zeiten den Krummstab mit dem Schwert vertauschten und sich in die Ritterkleidung hüllten. Später verschwand der D. für den Kriegsgebrauch, nur Marineoffiziere führen ihn noch; als Mordwaffe (Stilet) dagegen dient er noch immer, namentlich in Italien und Spanien, wie er auch in Asien 63. B. unter den Malaien, hier gewöhnlich schlangensörmig und Kries genannt) vielfach üblich ist.