Cignani (Carlo), Maler der Bologneser Schule, der Sohn eines Edelmanns und zu Bologna 1628 geboren, war der letzte der Caraccisten, der die übrigen weit überlebte, daher ihm alles Ansehen der Meisterschaft blieb. Dieses wuchs noch mehr, als eine Kunstschule in Bologna gestiftet und er zum lebenslänglichen Haupte derselben ernannt wurde. Er lernte zuerst bei Francesco Albani und studierte dann die Werke von Tizian, Guido Reni, den Caracci und Correggio. Hierauf verweilte er drei Jahre in Rom und malte dort drei große Bilder für die Peterskirche und Sta.⸗ Maria della Valle. Nach Bologna zurückgekehrt, begann er zugleich mit seinem Freunde Pasinelli zu lehren und zu arbeiten. Seine schönsten Freskoarbeiten befinden sich zu St. Michael in Bosco in Bologna und im Saale des Farneseschen Palastes. Zu Parma malte er in den herzogl. Gartengebäuden mehreres, wobei er den Werken Agostino Caraccis mit Glück nacheiferte. In seiner Himmelfahrt Mariä zu Forli hat er den schönen Michael von Guido in der Kuppel zu Ravenna und einige andere Ideen dieses Meisters nachgeahmt; außerdem aber ist er allenthalben in der Zeichnung der Nacheiferer Correggios. Er bringt nicht so oft Verkürzungen an wie die Lombarden, und seine Umrisse und Gewänder zeigen Anmut der Linien. Sein Pinsel ist kräftig und sein Kolorit lebhaft, besonders gelungen in weiblichen und Kinderfiguren. Papst Clemens XI., der Herzog Ranuccio Farnese, für welchen seine berühmte Himmelfahrt Marias entstand, und andere ital. Fürsten überhäuften ihn fortwährend mit Ehrenbezeigungen. Als er die Kuppel der Madonna del Fuoco in Forli malte, folgte ihm freiwillig die Akademie dahin nach. Er arbeitete 20 Jahre an diesem Werke, zuweilen nach Ravenna 7 „um Guidos Kuppel zu Rate zu ziehen. Er starb zu Forli, nach andern in Bologna, 1719. Seine Werke wurden mehrfach 1 Sohn, — Zu seinen Schülern gehörten auch sein Sohn, Felice, Graf von C., geb. 1660, gest. 1724, und sein Enkel, Paolo, Graf von C., geb. 1709, gest. 1764. Eine Biographie Cs schrieb Zanetti (Rom 1722).