Dolon-Nor (d. h. die sieben Seen) oder Lama-miago (d. h. Lamakloster), chines. Stadt in der sudöstl. Mongolei, im Gebiet der Tsching-te oder im Lande Keschikten, etwa 244 km nördlich von Peking, auf einem sandigen Plateau gelegen, welches der zum Schang-tu gehende Urtin-gol bewässert, hat gegen 30000 E. und ist ein wichtiges Handelsentrepot der östl. Mongolei. Eine große Handelsstraße verbindet D. mit Chailar, das etwa 900 km im NN0O. liegt. Die Chinesen vertauschen hier ihr Getreide, den Tabak, die Sättel, Zelte, Zaumzeug, Schmuck, Waffen u. s. w. gegen die mongol. Ochsen, Pferde und Hammel. Der Ort ist berühmt wegen seiner Metallgießereien; ausgezeichnete Statuen aus Kupfer, Eisen und Bronze gehen von hier durch die ganze Mongolei, selbst nach Tibet, und fast alle buddhist. Länder erhalten aus diesen großen Werkstätten ihre Götzenbilder, Glocken, Vasen u. s. w. Der mongol. Teil der Stadt besteht aus zwei großen Klöstern mit 2000 Lamas oder Priestern.