Dominikanerorden oder Predigerorden (Ordo fratrum praedicatorum), ein 1215 von Dominicus (s.d.) gestifteter undvon III. am 22. Dez. 1216 bestätigter Mönchsorden. Er Dreit seine erste Niederlassung zu Toulouse, verreitete sich aber rasch in Frankreich (hier hießen die Dominikaner häufig Jakobiner, weil ihre erste Niederlassung in Paris bei der Kirche zum heil. Jakob war), in Spanien und Italien. Auf dem ersten Generalkapitel zu Bologna 1220 wurde auch der D. zum Bettelorden gemacht und seinen. Mitgliedern die Rucr auferlegt, auf alle Einkünfte und Güter * verzichten und sich ihren Unterhalt täglich zu erbetteln. Dies Gebot wurde jedoch nicht sehr üchie gehalten und durch Martin V. 1425 ausdrücklich aufgehoben. Der dritte Großmeister, der heil. Raymund von Pennaforte, veranstaltete 1238 eine Sammlung der Ordensstatuten. An der Spitze des ganzen Ordens steht der anfangs auf Lebenszeit, später auf sechs Jahre gewählte Großmeister, der im Kloster Maria sopra Minerva zu Rom residiert. Jeder Landschaft steht ein Provinzialprior vor, jedem einzelnen Hause, das mindestens 12 Mitglieder zählt, ein Konventualprior. Diesen Vorstehern gegenüber ist die Gesamtheit durch die Kapitel, d. h. durch alle drei Jahre abzu-Handige allgemeine Versammlungen und durch tändige Definitoren vertreten. Die Hauptaufgabe des neuen Ordens bestand in der Missionsthätigkeit unter den Ungläubigen, und seine Sendboten verbreiteten sich bald über alle möglichen Länder. Doch auch innerhalb der Kirche betrieb er mit großem Eifer die Predigt des Wortes und die Verwaltung der Sakramente. Deshalb mußte er auch der Pflege der kirchlichen Wissenschaften sich zuvenden. Albertus Magnus und Thomas von Aquin sind die bedeutendsten Gelehrten, welche aus ihm hervorgegangen sind. Außerdem seien noch genannt: Meister Ekkard, Joh. Tauler, Heinr. Suso, Savonarola, Las Casas, Vincenz Ferrier, Vincenz von Beauvais. An den Namen des Thomas knüpft sich der Kampf des D. mit den Franziskanern, sofern die allgemeine Rivalität der beiden Orden auf dem Gebiete der Wissenschaft ihren Ausdruck fand in dem Gegensatz der Thomisten und Scotisten. Wie der D. gegründet wurde * Überwindung der Albigenser und wie er schon damals dies Ziel nicht bloß durch die Predigt zu erreichen suchte, so ist er auch stets für Reinhaltung der Kirche von aller Ketzerei eingetreten. Der ma⸗- gister sacri palatii, der stets aus dem D. gewählt ward, übte die oberste Censur; Papst Gregor IX. Übertrug ihnen 1232 die Bednriuis u Auch im D. zeigte sich mehrfach das Bedürfnis nach Reformen; der Verzicht auf jeden Besitz und das Streben, die alte Regel in ihrer ganzen Strenge wiederherzustellen, — in 1. Sakean zur Stiftung der Kongregation des heil. Sakraments oder von der ursprünglichen Observanz durch Antonius le Quieu (gest. 1676). In seiner Blütezeit zählte der D. über 150000 Mitglieder in 45 Provinzen, darunter 11 außerhalb Europas, und 12 Kongregationen unter selbständigen Generalvikaren. Später wurden die Dominikaner aus den Schulen und von den Höfen zum Teil auch aus ihrer Missionsarbeit vielfach verdrängt durch die Jesuiten, in Frankreich brachte Lacordaire (gest. 1861) den Orden wieder zur kurzen Blüte, aber während des Klostersturms (1880) wurden 294 Dominikaner des Landes verwiesen. Jetzt haben sie noch Niederlassungen in Italien, Spanien, Osterreich; Missionen vorzüglich in Amerika und Ostindien. Ihre Kleidung besteht in weißem Rock und weißem Skapulier mit kleiner, weißer spitzer Kapuze; beim Ausgehen tragen sie darüber eine schwarze Kutte mit schwarzer Kapuze. (Daher heißen sie in England die schwarzen oder die grauen der.) Das Wappen des Ordens zeigt einen Hund, welcher eine brennende Fackel im Maule trägt (daher die Bezeichnung „Hunde des Herrno), um die doppelte Aufgabe des Ordens zu versinnbildlichen, die Kirche zu bewahren vor dem Eindringen der Ketzerei und die Welt zu erleuchten durch die Hredigt der Wahrheit.