Dominieus, Stifter des Dominikanerordens, gewöhnlich de Guzmann zubenannt, obgleich nicht aus dem Geschlechte der Guzmann stammend,‚ 1170 zu Calarunga in Altcastilien geboren, bezog schon im 14. Lebensjahre die Universität zu Palencia und wurde wegen seiner wissenschaftlichen Bildung und ernsten Frömmigkeit hoch gepriesen. D. wurde 1194 von Diego von Azevedo, Bischof von Osma, als Domherr an die Kathedrale zu Osma berufen, um ihm bei der Reformation des Klerus nach der Regel des heil. Augustin behilflich zu sein. Zum Priester geweiht und zum Subprior im Domkapitel befördert, wandte sich D. mit besonderm Eifer der Predigt des kath. Glaubens zur Bekehrung der Ketzer zu. Im J. 1205 kam D. mit seinem Bischof nach Südfrankreich und faßte Pre den Plan, der Ketzerei der Albigenser durch die Predigt entgegenzuwirken. Er veranlaßte die Cisterciensermönche, welche den Auftrag erhalten hatten, die Ketzer zu bekehren, die Predigt des kirchlichen Glaubens in derselben Weise zu betreiben, wie diese für ihre Irrthümer Anänger erwarben, indem sie paarweise, ohne allen runk und ohne Geld, in der schlichtesten Kleidung auszogen und allem Volke das Wort Gottes verkündeten. D. fand bald Genossen, der Bischof Fulko von Toulouse unterstützte ihn und in dem Kloster zu Prouille stiftete er die erste feste Niederlassung. Po J. 1215 begab sich D. 10 Rom, um vom apst Innocenz III. die Erlaubnis zu erwirken, seine Genossenschaft als neuen Orden einzurichten. Ein Orden jedoch, der statt ascetischer Absonderung von der Welt die fortgesetzte Predigt in der Welt zu seiner Aufgabe machte, erschien den Anschauungen jener Zeit so fremdartig, daß die Synode die Gründung eines neuen Ordens untersagte und der Papst seine Bitte nur unter der Bedingung gewährte, daß er eine der schon vorhandenen Ordensregeln annehme. D. wählte diejenige des heil. Augustin. Erst Honorius III. erkannte, wie segensreich ein Predigtorden für die Kirche werden könne, bestätigte den neuen Orden und ernannte D. zum Superior. Im J. 1217 kehrte D. nach Toulouse zurück und war schr eifrig für die Ausbreitung seines Ordens thätig. Im J. 1218 siedelte er nach Rom über und wurde vom Papst zum magister sacri palatii (Oberdofernwerh ernannt, ein Amt, das den Dominianern verblieben ist. D. starb am 6. Aug. 1221 zu Bologna. Im J. 1233 wurde er heilig gesprochen; sein Gedächtnistag ist der 4. Aug.