Don, bei den Alten Tanais, nach der Wolga und dem Dnjepr der größte Strom des europ. Rußland, dessen Gebiet 430252 akm einnimmt, entspringt im Gouvernement Tula als ein kleiner Bach aus dem Iwansee, durchströmt in einer Länge von 1578 km mit vielen Krümmungen die Gouvernements Rjäsan Tambow, Orel, Woronesch und das Land der Donischen Kosaken und ergießt I nachdem er sich unterhalb Rostow in vier Irme geteilt hat, den Mertwoi D. (Toten D.), die Staraja Kuterma, die Mokraja Kolontscha und den eigentlichen D., unweit Asow in das Asowsche Meer. Jeder dieser Arme verästelt sich wieder in kleinere Stromrinnen, 30 an der Zahl, die eine sehr geringe Tiefe haben, sodaß die Schiffahrt nur auf dem Mertwoi D., der Kolontscha und dem eigentlichen D. betrieben werden kann. Der obere Lauf des D. reicht bis Woronesch und liegt ganz in niedrigem, sumpfigem Boden zwischen Waldunen, Gebüschen und Ackerfeldern, die eine der auptkornkammern des centralen Rußland bilden. Von Woronesch an wird der D. schiffbar und tritt in das niedrige Steppenplateau Südrußlands, in welchem sein Bett tief eingeschnitten ist und durch dessen Kalkstein⸗ und Kreidefelsen er sich bei der Staniza Katschalinskaja der Wolga bis auf 60 km nähert, von dieser durch die sog. Wolgahöhe geschieden. Eine Eisenbahn, die von Kalatsch nach Zarizyn führt, vermittelt die Verbindung mit der Wolga. Im untern Laufe des D. herrscht die westl. Richtung vor. Hier liegen längs dem teilen rechten Ufer die donischen Weinberge, welche den bekannten Donischen Champagner liefern. Im ganzen fließt der D. sehr ruhig und langsam, hat weder Fälle noch Strudel; doch erschweren im Sommer in seinem untern Laufe zahlreiche seichte Stellen und bloßgelegte Sandbänke die Schiffahrt und ebenso in den Mündungen die bedeutenden Versandungen. „Der D. nimmt 37 Nebenflüsse auf, von welchen die Krassiwaja Metscha, die Sosna und der nördl. Donetz auf der rechten Seite, der Choper, die Medwediza und der merkwürdige, aus einer Einsenkung zwischen dem Kaspischen und Asowschen Meere kommende, 525 km lange Manytsch auf der linken Seite die wichtigsten sind. Fischfang wird in der ganzen Ausdehnung des Stroms betrieben; die bedeutendsten Fischereien befinden sich aber in seinem untern Laufe und besonders in der Nähe der Mündung. Von Woronesch an bildet der D. eine bequeme Wasserstraße, die von Ende Februar bis Dezember eisfrei ist. Taganrog ist der Centralhafen für die in den D. ein- und auslaufenden Schiffe, welche Getreide, Vieh, Holz, Kalk aus dem Innern nach dem Süden Rußlands führen.