FeedDonuna Fraucisca
ErdkundeBrockhaus 1882

Donuna Fraucisca, Kolonie in Brasilien, s. Dona-Francisca. Donndorf, Dorf in der preuß. Provinz Sachsen, Regierungsbezirk Merseburg, Kreis Eckartsberga, 22 km im NW. von diesem Orte, nahe an der Unstrut, mit (1880) 951 E. Im ehemaligen Nonnenkloster D. befindet sich ein Progymnasium. Donndorf, Dorf von 450 E. im bayr. Regierungsbezirk Oberfranken, Bezirksamt Bayreuth, 5 km westlich von Bayreuth; dabei befinden sich die Irrenanstalt St. Gilgenberg, Kohlengruben und das 1763 erbaute und seit 1828 dem Herzog Alexander von Württemberg gehörige Schloß Fantasie auf dem Kamme eines dichtbewaldeten Hügels, mit prächtigem Park. Donndorf (Karl Adolf), namhafter Bildhauer, eb. 16. Febr. 1835 zu Weimar, wo er bei Ludwig Preler seine künstlerische Laufbahn begann, die er 1853 bei Rietschel in Dresden fortsetzte, dessen Richtung sich D. anschloß, zum Teil mit an den Arbeiten des Meisters beschäftigt. Deshalb wurde ihm die Ausführung von mehrern für das Luther-Denkmal in Worms bestimmten Figuren, nämlich des Kurfürsten Friedrich des Weisen, Reuchlins, Savonarolas, Petrus Waldus', und die Hälfte der Reliefs übertragen. Für die Wartburg begann D. mehrere Narren berühmter thüring. Landgräfinnen, deren ufstellung indes unterblieb. In den J. 1870—71 olgte die Herstellung des Reiterdenkmals für Karl lugust von Weimar. Bei der Konkurrenz zum berliner Goethe-Denkmal erhielt der Künstler einen Preis. 5ur schuf D. ein Cornelius-Monument Erzstatue) für Düsseldorf (enthüllt 1879) und ein Grabdenkmal Schumanns für Bonn (lenthüllt 2. Mai 1880). Eine seiner neuern Leistungen ist ferner sein Posaunenengel des Weltgerichts für Hrn. von Bethmann-Hollweg auf Schloß Rheineck. Auf der münchener Ausstellung 1876 war er durch eine treffliche Kolossalbüste Beethovens vertreten. Im J. 1877 wurde D. zum Professor der Bildhauerkunst an der Kunstschule zu Stuttgart ernannt. Donne (John), engl. Dichter und Kanzelredner, geb. zu London 1573, stammte von tath. Eltern, studierte zu Oxford und Cambridge, trat zum Protestantismus über und hielt sich dann drei Jahre lang in Spanien und Italien auf. Nach seiner Rückkehr wurde er Sekretär des Großsiegelbewahrers Lord Ellesmere, brachte sich aber durch eine drrnrr. geschlossene Ehe um dessen Gunst und in angjährige Verlegenheiten. Auf Zureden 11 1. wurde er endlich Geistlicher und erwarb sich als solcher schnell große Beliebtheit und großen Einfluß. Im J. 1621 ernannte ihn der König zum Dechanten der Paulskirche. D. starb 1631. Seine lyrischen Gedichte sind mehr oder minder Gelegenheitsgedichte und tragen in hohem Maße den leichtfertigen und anstößigen Charakter der Zeit. Höher stehen sein „Pseudo-Martyro (1610), womit er König Jakobs Gunst gewann, und sein Polydorono (1631). Seine Predigten erschienen nach seinem Tode in drei Foliobänden (1640, 1649 und 1660). Eine Gesamtausgabe seiner Werke (mit Memoir) gab H. Alford heraus (6 Bde., Oxf. 1839). Sein Leben beschrieb Izaak Walton (1640, in Bd. 1 von D.s Predigten). Donner nennt man das der Erscheinung des Blitzes folgende rollende Getöse, welches sich, der Entstehung nach und in verkleinertem Maßstabe, dem Knistern des elektrischen Funkens einer Elektrisiermaschine sowie dem Knallen bei der Entladung einer Leidener Flasche und einer Leidener Batterie vergleichen läßt. Der erste, welcher an die Analogie zwischen dem Geräusche eines elektrischen Funkens und des D. dachte, war Wall (1708), worauf dann Franklin (1746 —53) alle Gründe zusammenfaßte, welche für die elektrische Natur des Blitzes und des ihn begleitenden D. sprachen. Daß der D. erst nach dem Blitze gehört wird, rührt daher, daß das Licht fast augenblicklich zum Auge gelangt, der Schall dagegen einer längern Zeit bedarf, um vom Orte seiner Entstehung zum Ohre zu kommen. Das Rollen des D. entsteht durch eine Zurücwerfung des Schalls von den Wolken und den festen Teilen (besonders Gebirgswänden) der Erdoberfläche. Das oft mehrere mal sich wiederholende Anschwellen desselben dagegen ist eine Folge davon, daß der Blitz, welcher von einem solchen D. begleitet wird, aus mehrern an verschiedenen Stellen zwischen den Wolken überschlagenden Funken gebildet ist, und somit der von diesen in verschiedenen Entfernungen vom Beobachter liegenden Punkten fast gleichzeitig ausgehende Schall zu verschiedenen Zeiten das Ohr des Beobachters erreicht. Hauptsächlich hat aber das Rollen sowohl wie das Anschwellen des D. seinen Grund in der zickzackförmigen Bahn des Blitzes. Die Regel, daß aus der Anzahl Sekunden, welche zwischen Blitz und D. verstreicht, die Entfernung des Gewitters bestimmt werden könne, bezieht sich natürlich nur auf die dem Beobachter nächste Stelle eines Blitzes, und man kann sagen, daß die nächste Stelle des Blitzes unefähr so viel mal 340 m vom Beobachter entfernt ist, als zwischen Blitz und D. Sekunden vergehen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 473Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 2

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Erdkunde 6