Dietendorf, Dorf im sachsen-goth. Amte Ichtershausen, am Flüßchen Apfelstädt und an der Linie Gerstungen-Halle der Preußischen Staats⸗ — die hier nach Ilmenau abzweigt, 12 km im SW. von Erfurt, umfaßt zwei Gemeinden, Dietendorf, rechts an der Apfelstädt, 660 E., und die Herrnhuterkolonie Neudietendorf, links an der Apfelstädt, 654 E., welche 1743 vom Grafen Promnitz gegründet wurde. Die Kolonie wurde erst 1764 anerkannt, doch unter der Bedingung, sich in kirchlicher Beziehung ganz der luth. Landeskirche unterzuordnen; erst 1849 hörte dieses Verhältnis auf. Etwa 330 E. sind Herrnhuter. Die Kolonie besitzt«außer der Kirche, in welcher uch auch die Pfarrerwohnung befindet, ein Brüderhaus, mit Schule verbunden, ein Schwesternhaus und eine Mädchenerziehungsanstalt mit großem Park. Eine ansehnliche Industrie hat sich in Neudietendorf entwickelt, namentlich in der Lilliendahlschen Fabrik für Zinnober, Siegellack, Rohrstäbe für Geflecht, Fischbeinstäbe, zwei Bierbrauereien u. s. w.