Dürck (Friedr.), Maler, geb. 1809 in Leipzig, erhielt seinen Unterricht in München bei seinem Onkel, dem damals hochgefeierten Porträtmaler Stieler, seit 1824 auf der Akademie. Er gehört mit Bernhardt zu denjenigen Schülern Stielers, welche sich vollkommen in dessen vornehme, aber auch kühle Manier eingelebt hatten und ihm daher vielfach bei seinen Arbeiten zur Seite standen. Zuweilen übertrifft D. den Meister sogar in koloristischer Beziehung. Im J. 1836 reiste er nach Italien. Ein von ihm in Rom gemaltes Bild, eine Albaneserin, befindet sich in der Sammlung des Königs von Württemberg auf dem Schlosse Rosenberg. Er wurde 1849 von König Oskar nach Kristiania und Ihntale Ja berufen, um die Bildnisse der gesamten königl. Familie auszuführen, und 1853 infolge seines Porträts der damaligen Kaiserbraut, Prinjelbst Elisabeth von Bayern, nach Wien, um daelbst den Kaiser und Mitglieder der kaiserl. Familie zu malen. Für König Ludwig schuf er einige Bilder der nd went Schönheitsgalerie. Seine Genrebilder sind wenig zahlreich und hefinden sich teils in öffentlichen Galerien, teils in Privatsammlungen, so in der Sammlung des Baron Speck⸗-Sternburg in Lützschena bei Wildeht des Fürsten Kinsky in Prag, des Kaisers Wilhelm, des Kensingtonpalastes ur os.), czech. Philosoph und dramatisuch Dichter, geb. 1837 zu Hokitz (Böhmen), beuchte das Gymnasium in Königgrätz, studierte in Prag Philosophie und Naturwissenschaften, war darauf Gymnasiallehrer zuerst in Leitomischl, dann seit 1874 in Prag, habilitierte sich hier zugleich als Docent an der Universität und wurde 1874 zum Professor der Philosophie ernannt. Seine fruchtbare schriftstellerische Thätigkeit umfaßt neben den Naturwissenschaften (Über den Fortschritt der Naturwissenschafteno, 1874, cüber Copernikuso, Darwins Lehrey u. s. w.) hauptsächlich die Asthetik und Philosophie, worin er an der Kant-Herbartschen Richtun festhält und die Möglichkeit einer sog. nationalen Philosophie als Wissenschaft leugnet (4O vyznamu nauky Herbartovyv, (Uber die Bedeutung der Herbartschen Philosophiev, Prag 1876). Nach einigen vorbereitenden Studien: «Über die Poesie und den Charakter Lord Byronso (1869), (Kallilogie oder + des Vortragsv (1873),Kritikav, eine Sammlung von Musterkritiken, schritt er zur Herausgabe seines in der czech. Litteratur epochemachenden Hauptwerks: VSeobécnä aesthetika v (Allgemeine Asthetikv, 1875), dem sich die Behandlung der einzelnen Kunstlehren in Spezialwerken anschließen sollen. Zunächst erschienen die (Poetikap (Die Poetik als Asthetik der Dichtkunsto, Bd. 1, Prag 1881). Von Dis andern Schriften sind noch zu erwähnen: eine Monographie über das Temperament (2. Aufl. 1880), ein Lehrbuch der Psychologie, eine geschichtliche Skizze der Philosophie (Bd. 1, Prag 1870), philos. Aufsätze (Prag 1876), ferner zwei Dramen: «Stanislay a Lud- und ein Werk in deutscher Sprache Leibniz und Newtonp (Halle 1869).