FeedDorade (Coryphaena)
TierreichBrockhaus 1882

Dorade (Coryphaena) heißen schlanke, langgestreckte, schmale Fische aus der Familie der Makrelen, deren Rückenflosseüber dem hohen, zusammengedrückten Kopfe anfängt und bis zur starkausgeschnittenen Schwanzflosse reicht. Die Afterflosse ist lang, die schmalen Bauchflossen stehen fast unter den säbelförmigen Brustflossen. Die mit kleinen Schuppen bedeckte Hautglänzt im hellsten Goldschimmer, auf dem schwarze Punkte sich auszeichnen; der weite Rachen ist mit Hechelzähnen bewaffnet. Sie finden sich besonders in wärmern Zonen, vom Mittelmeere an in vielen Arten und jagen besonders gern die fliegenden Fische, bei deren Verfolgung sie hoch in die Luft hnt hon und blind in das Netz rennen. Das Fleisch ist hochgeschätzt. Dora d'Istria, mit ihrem eigentlichen Namen Helene Ghika, Fürstin Kolzow-Massalsky, geistvolle Schriftstellerin, ist die Tochter des Fürsten Michael Ghika und wurde 22. Jan. 1828 zu Bukarest geboren. Ihr Vater war Minister des Innern in der Walachei; ihre beiden Oheime, Greor IV. und Alexander X. Ghika, standen, der ersiere 1822—28, der letztere 1834—42, als Hospodare an der Spitze der Regierung. Die Fürstin erhielt unter Leitung des gelehrten Griechen Greor Pappadopulos eine sorgfältige Erziehung. Fre weitere Ausbildnung empfing sie seit 1841 im Auslande, zunächst in Dresden, dann in Wien, Venedig und Berlin. Gegen Ende 1848 kehrte D. in ihr Vaterland zurück, wo sie sich im Febr. 1849 mit dem Fürsten Alexander Kolzow-Ma salsty vermählte. Nachdem sie mit ihrem Gatten eine Reihe von Jahren in Rußland verbracht, wandte sie sich im April 1855 wieder nach dem westl. Europa, wo sie seitdem meist in Italien sich aufhielt; gegenwärtig bewohnt sie eine Villa bei Florenz. In ihrer ersten Schrift: La vie monastique dans PEglise orientaler (Par. 1855; 2. Aufl., Genf 1859) erklärt sie das Mönchtum der griech. wie der kath. Kirche für das hauptsächlichste Hindernis der Civilisation im östl. und südl. Europa. In ihrem zweiten Werke: La Suisse allemanden (4 Bde., Genf 1856; deutsche Originalausgabe, 3 Bde., Zür. 1857—58), erörtert sie die Ursachen, welchen die deutschen Ideen ihren mächtigen und beherrschenden Einfluß auf die moderne Civilisation verdanken. Einige Jahre später erschien die Schrift „Les femmes en Oriente (2 Bde., Zür. 1860), in der sie die Lage des weiblichen Geschlechts im östl. Europa und die Mittel zur Verbesserung derselben bespricht. Derselben reiht sich Des femmes par une femmer (2 Bde., Par. 1864) an, worin sie die deutsche Gesellschaft der der roman. Völker gegenüberstellt. In den Excursions en Roumélie et en Moréer (2 Bde., Zür. 1863) führt sie den Nachweis, daß Griechenland im Altertum dieselbe Rolle gespielt habe, welche Deutschland in der modernen Welt einnimmt. In der Schrift Au bord des lacs helvétiqueso (Genf 1864) vereinigte sie eine Anzahl Novellen, die schon vorher in der Revue des deux Mondeso erschienen waren. Außerdem hat D. viele Beiträge für die bedeutendsten Journale Frankreichs, Italiens, Belgiens, der Schweiz und Griechenlands geliefert. Ihre ins Albanesische, Griechische und Italienische übertragenen Studien über die Dichtung der Albanesen regten unter den letztern eine litterarische und nationale Bewegung an, als deren Ergebnisse die Schriften von Camarda, Dorsa, De Rada, Spata, Joubany u. a. zu betrachten sind. Im April 1868 votierte die griech. Kammer in Anerkennung der großen Verdienste, welche sich D. durch ihre Schriften um den christl. Orient erworben, deren Ernennung zur Großbürgerin Griechenlands. Viele gelehrte Gesellschaften Italiens, Amerikas und des griech. Orients erteilten ihr die Ehrenmitgliedschaft. Der Albanese Camarda gab eine Sammlung von Gedichten: X Dora d'Istria gli Albanesi v (Livorno 1871), heraus. In Frankreich ward D. an Stelle der a Pfeiffer in die pariser Geographische Geus haft gewählt. In der Absicht, den Orient mit en Ergebnissen der abendländ. Civilisation bekannt zu machen, veröffentlichte sie in den Zeitschriften des Morgenlandes eine Reihe zum Teil umfangreicher Arbeiten, wie Les Alpeso, WLe Juran und Le Jorato im «Courrier d'Athèneso, „L'Xtheènes oecidentales im WMNéologoso, Les femmes en Asies und «L'insurrection nationale des Serbeso u. s. w. Zu ihren neuesten Arbeiten gehören: (Gli Albanesi in Rumenia. Storia dei principi Ghika nei secoli XVII, XVIII, XIX (Flor. 1873), La poésie des Ottomanso (1877). Eine Charakteristik der litterarischen Thätigkeit D.s versuchten Pommier in Profils contemporains; la comtesse D.v (Brüss. 1863) und Cecchetti in »Di alenne opere della principessa D.5 (Vened. 1868), später umgearbeitet unter dem Titel D. e la poesia albaneser (Vened. 1871).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 482Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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