Dukas, der Name einer der großen Adelsfamilien, welche namentlich mit dem 11. Jahrh. in dem Byzantinischen Reiche in den Vordergrund traten. Ein D. wurde unter Kaiser Isaak Komnenos erster Staatsminister und bei seines Freundes Rücktritt maht Kaiser als Konstantin X. (1059—67), Gemahl der als Dichterin berühmten Eudokia Makremvolitissa. Seit dieser Zeit treten die D. (von denen nachher Irene die Gemahlin des Kaisers Alexios I. Komnenos war) andauernd in den höchsten Verwaltungs⸗ und Armeeämtern auf. Konstantins Sohn, Michael VII., war von 1071 bis 1078 Kaiser. Auch später trug noch einmal ein D. die griech. Krone. Es war Johannes D. Vatatzes von Didymoteichon, der hochbegabte Schwiegersohn des Kaisers Theodor I. Laskaris von Nicäa, der 1222 bei der Minderjährigkeit seines Schwagers nach Laskaris' Tode den Thron bestieg und als Staatsmann wie als Heerführer schnell genug sowohl den «Lateinerno in Konstantinopel wie den griechischen, auf den Trümmern des alten Byzantinischen Reichs in Europa emporgekommenen Machthabern gefährlich wurde. Als Kaiser Johannes III. hat er, stets die ufere Tele des Byzantinischen Reichs im Auge, frühere Teile der Balkanhalbinsel wiedergewonnen; das Wichtigste war, daß es ihm gelang (nach dem Tode seiner ersten Frau, 1241, wieder vermählt mit Anna, Tochter des großen Hohenstaufen Friedrich II. und der Gräfin Bianca Lancia), im J. 1246 das Reich der Angelos von Thessalonich mit dem von Nicäa zu vereinigen. Er starb 30. Okt. 1254 zu Nymphäon und hinterließ das Reich seinem Sohne Theodor. Dukaten. Der Name dieser weitverbreiteten Goldmünze stammt wahrscheinlich aus Griechenland. Die byzant. Kaiser Konstantin X. (1059—67 n. Chr.) und 5950 Sohn Michael (1071—78) nannten sich nach ihrem Familiennamen auf ihren während der ersten Kreuzzüge sehr stark umlaufenden Münzen auch «Dukas v (Aovnac), und das wurde die vulgäre Bezeichnung jener Goldstücke, welche von Konstantinopel nach Sicilien und dem festländischen Italien kamen. Der Name findet sich schon um das J. 1100; seine Ableitung von der Umschrift später geprägter sicil. Goldmünzen, welcher man gewöhnlich begegnet, ist eine irrige. J. 1100 galt der D. in Neapel 5 Tarenos regis, wie bis auf die neueste Zeit der Silberdukaten dort in 5 Tari geteilt wurde. Seit dem 12. Jahrh. wurden die D. in Italien sehr häufig geprägt, seit dem Schlusse des 13. Jahrh. (1284) namentlich in großer Anzahl in Venedig, wo sie den Namen Zecchini (von Lecca, die Münzstätte) erhielten, seit dem ersten Viertel des 14. Jahrh. in Ungarn und Böhmen, wo sie die florentiner Gulden nachahmten und daher auch Floreni (Gulden) genannt wurden. Nach solchen ungar. und böhm. Gulden wurde, wie deutsche Urkunden beweisen, häufig gerechnet. Allmählich folgten mit der Prägung solcher Goldgulden andere Staaten, besonders viele deutsche, und seitdem man ihren Gehalt vielfach verringert hatte, kam in Deutschland für die bessern Sorten der Name Dukat oder D. auf, welcher sich hier im Anfange des 14. Jahrh. angewendet findet, während die geringern den Namen Gulden (Goldgulden) behielten. Diese letztern werden nicht mehr geprägt, wohl aber in Osterreich und den Niederlanden die D. Diese Stücke der genannten beiden Staaten fanden überhaupt die meiste Verbreitung, und zwar namentlich in der Levante, in Rumänien, Persien und Rußland, sowie früher in Deutschland. Aus diesem Grunde sind die holländischen D. anderwärts nachgemünzt worden, zum Teil auf Grund von Verträgen mit den Niederlanden; so insbesondere in Rußland für den asiat. Handel. In Deutschland nahm die Reichsmünzordnung von 1559 den D. als Reichsmünze auf; 67 Stück sollten eine kölnische Mark wiegen und die Feinheit 23/ Karat = 986 ½ Tausendteile sein; von solchen D. nach dem Reichsfußer, welche von verschiedenen deutschen Staaten sowie besonders von Ssterreich bis auf die neueste Zeit geprägt worden sind und von Ssterreich noch jetzt ausgemünzt werden, hat, wenn man die frühere deutsche Vereinsmark des Gewichts zum Grunde legt, das Stück ein Gewicht von 3,4904 g, wenn man speziell die Prägung in Ssterreich-Ungarn ins Auge faßt, das Stück ein Gewicht von 3,4909 g(Feingewicht 3,4424g, Wert 9,6043 deutsche Mark). In Deutschland prägten, meist bis 1840, Anhalt-Bernburg, Baden, Bayern, Braunschweig, rankfurt a. M. (bis 1856), Hamburg, Hannover, Kurhessen, Hohenzollern-Hechingen, Schaumburg-Lippe, Lübeck, Mecklenburg-Schwerin, Nassau, Preußen, Königreich Sachsen (bis 1838), Schwarzburg-Rudolstadt, Württemberg (bis 1842) D., größtenteils aber nur 23½ Karat = 979 ½ Tausendteile fein und daher um ein weniges geringer an Feingewicht und Wert. Die österreichischen D. sind seit 1857 nicht mehr eine eigentliche Landesmünze, sondern bloße Handelsmünze; sie werden jetzt auf Verlangen von der wiener Münzstätte gegen eingeliefertes Gold gegeben. Von den österr.⸗ungar. Sorten war der frühere besondere ungar. oder kremnitzer D. (in Kremnitz geprägt), bei gleichem Gewicht mit dem österreichischen D., 23/¾ Karat oder 989 7½12 Tausendteile Hen mithin 9,6ssi deutsche Mark wert). Außer einfachen D. wurden in manchen Staaten auch Stücke mehrfacher D. geprägt, in Ssterreich doppelte und vierfache, und noch jetzt münzt man in Osterreich vierfache D.; ferner pra te man hier und da Teilstücke des D. bis zu ½½ D. herab (die sog. Linsendukaten, ehemals in Regensburg). In der Schweiz haben früher D. geprägt die Kantone Basel, Bern, Luzern, St. Gallen, Schwyz, Solothurn, Unterwalden, Uri und Zürich. Polen prägte bis 1812 ebenfalls D., den deutschen ziemlich genau gleich. Die niederländ. oder holländischen D. sind nicht für den inländischen Umlauf bestimmt, sondern bloße Handelsmünzen, d. h. werden nur auf Bestellung gemünzt. Nach dem Gesetz von 1847 ist das Gewicht eines Stücks derselben 3,494 g, die Feinheit 983 Tausendteile, das Feingewicht also 3,4346 g, der Wert 9,5825 deutsche Mark; es werden auch doppelte D. ausgemünzt. Dänemark prägte bis 1827 sog. Speziesdukaten (seit 1671), 67 Stück aus der rauhen kölnischen Mark, 23½ Karat oder 979 / Tausendteile fein; fer-Conversations-Lexikon. 13. Aufl. V. ner geringere, sog. Courantdukaten zu 12 Mark früheres dän. Courant (seit 1757), von diesen letztern 75 Stück aus der rauhen kölnischen Mark, 21 Karat oder 875 Tausendteile fein. Rußland hat, abgesehen von der obengedachten Nachprägung niederländischer D., seit 1701 sog. Spezies dukaten geprägt, welche nicht ganz 9½ deutsche Mark wert waren, dann seit 1718 Andreasdukaten (vom Prägebilde so genannt) von größerm Gewicht, aber geringerer Feinheit und 8,9261 deutsche Mark wert. Ferner seit 1797 Dukaten in der Feinheit von 94¼ Solotnik oder ½½ = 986 ½ Tausendteile, 117½ Stück aus dem rauhen Pfunde, daher 3,4852 g Hans im Feingewicht von 3,4368 g, 9,58s7 deutsche Rark wert; sodann seit 1810 sog. Nationaldukaten, welche in neuester Zeit nicht mehr 61 Ar. münzt werden; von den letztern existieren zwei Arten: 1) die bis 1814 geprägten, gesetzlich 117½ Stück aus dem rauhen russ. Pfunde, 94 Solotnik oder ¾6 = 979 ½ Tausendteile fein, daher 3,4852g schwer, im Feingewicht von 3,4126 g, 9,5211 deutsche Mark wert; 2) die seit 1814 geprägten in dem gleischen Gewicht (meist aber etwas leichter befunden), doch nur 92 Solotnik oder ½ 958½ Tausendteile fein, mithin im Feingewicht von 3,3100 g und 9,3180 deutsche Mark wert. Seit 1817 werden in Rußland sog. Imperialdukaten geprägt, die nicht mit der Hauptgoldmünze des Landes, den Halbimperialen, zu verwechseln sind. Der Imperialdukaten (Imperial zu 3 Rubelno) oder jetzt auch sog. arussische D.y ist ein Stück von 3 Rubeln Gold; er hat gesetzlich das Gewicht von 3,9264 g und die Tanten von 88 Solotnik oder von ½½2 916½3 ausendteile, demnach das Feingewicht von 3,5992 g und den Wert von 10,04is deutschen Mark. Silberdukaten wird eine frühere niederländ. silberne Fabrikations- oder Handelsmünze beibenannt, deren eigentlicher Name, wie der einer verwandten neuern Reichsmünze, Reichsthaler (Rijksdaalder) ist, ein Stück zu 2½ Gulden, nach den Gesetzen vom 28. Sept. 1816 und 22. März 1839 28,ors g schwer, 868 Tausendteile fein, im Feingewicht von 24,3717 g und 4,3869 deutsche Mark oder 2,1935 österr. Silbergulden wert. Ebenso (Ducato d'argento) oder venediger D. (Ducato veneto) hieß eine bis in 1797 ausgeprägte Silbermünze der ehemaligen Republik Venedig von 8 Lire piccole (kleinen Lire), welche nach den gesetzlichen Bestimmungen 22,7734 g schwer, 826,380 Tausendteile fein, im Feingewicht von 18,8197 g und 3,3875 deutsche Mark oder 1,693s österr. Silbergulden wert war. Ducato (Dukaten) oder Ducato di regno (Reichsdukaten) hieß die frühere, bis zur Einverleibung in das jetzige Königreich Italien üblich gewesene Rechnungs- und Minzeinheit des vormaligen Königreichs beider Sicilien (Neapel und Insel Sicilien), eine Silbermünze von gesetzlich 833½ Tausendteilen Feinheit, 515½5 neapolit. Acini oder 22,9432 g Gewicht, 429⅛ Acini oder 19,1193 g Feingewicht und 3,441 deutschen Goldmark (diese Mark zu ½ Thlr. früherer norddeutscher Währung gerechnet) oder 1,7207 österr. Silbergulden Wert. Das Dukatengewicht war bis vor kurzem eine an einigen deutschen Plätzen und in Ssterreich-Ungarn für die Goldwaren, besonders die in der Feinheit der D. gearbeiteten, übliche Gewichtsgattung, deren Einheit die Schwere des vollwichtigen D. war und gleichfalls D. genannt wurde. (S. As.)