Düringsfeld (Ida von), deutsche Schriftstellerin, wurde 12. Nov. 1815 in Militsch, einem niederschles. Städtchen, geboren und erhielt in den verschiedenen kleinen Städten, in denen ihr Vater in Garnison 1 ihren ersten Unterricht. In ihrem 15. Jahre trat sie mit Theod. Hell in Verbindung, der nach und nach zahlreiche Beiträge von ihr in die «Abendzeitung » aufnahm. Ein à Mustt halt in Dresden förderte ihre Kenntnisse in Musik und Sprachen und befreundete sie mit Tiedge. Selbständig ließ sie zuerst unter dem Namen Thekla „Gedichte v(Lpz. 1835), einen Cyklus von Romanzenkränzen (Der Stern von Andalusien», Lpz. 1838) und anonym einen Roman „Schloß Goczyn⸗ (Bresl. 1841; 2. Aufl. 1845) erscheinen und vermählte sich 1845 mit dem Freiherrn Otto von Reinsberg. Seitdem verweilte sie in Italien, Belgien, der Tautsas Frankreich und an verschiedenen Orten Deutschlands. Sie starb 25. Okt. 1876 zu Stuttgart, ihr Gatte folgte ihr einen Tag später freiwillig im Tode nach. Ida von D. gehörte zu den fruchtbarsten Schriftstellerinnen Deutschlands; seit 1845 schrieb sie nicht mehr pseudonym, sondern unter ihrem Familiennamen. Außer dem Roman „«Schloß Goczyn» gehören der Gattung des Salon⸗ und Familienromans an: 4«Skizzen aus der vornehmen Welt» (7 Bde., Bresl. 1842—45), 4Graf Chala» (Berl. 1845), „Eine Pension am Genferseex (2 Bde., Bresl. 1851), Estherv (2 Bde., Bresl. 1852), Clotilden (Berl. 1855), «Norbert Dujardino (Bresl. 1861) und «Die Litteraten (2 Bde., Wien 1863). Histor. Romane sind: »Margareta von Valois und ihre Zeit o (3 Bde., Lpz. 18470 und «Antonio Foscariniv (4 Bde., Stuttg. 1850). Als Dichterin trat Ida von D. in der Liedersammlung «Für Dich v (Bresl. 1851; 2. Aufl., Opz, Bresb und in der Märchendichtung „Amimone (Bresl. 1852) auf. In „Böhm. Roseno (Bresl. 1851) und «Lieder aus Toscanav (Dresd. 1855; 2. Aufl., Prag 1859) hat sie mit vielem Glück czech. und toscan. Volkslieder wiedergegeben. Eine besondere Kategorie bilden die Werke: In der Heimat (Bresl. 1843), (Byrons Fraueno (Bresl. 1845) und „Am Canale Grande »(Dresd. 1848). Als Früchte ihrer Reisen erschien eine Reihe von Schriften, unter denen besonders „Aus Dalmatien» (3 Bde., Prag 1857— 58) wertvoll ist. Während ihres Aufenthalts in Belgien sammelte sie die Materialien zu »Von der Schelde bis zur Maas » (3 Bde., Lpz. 1861), einem sehr interessanten Werke, in welchem sie ein Gesamtbild des geistigen Lebens der Vlämen seit 1830 zu geben versucht. Später hat sie in Gemeinschaft mit ihrem Gatten sich ethnogr. Studien zugewandt und mit ihm das «Hochzeitsbuch» (Lpz. 1871) und Sprichwörter der german. und roman. Spracheno (2 Bde., Lpz. 1872—75) herausgegeben. Diese ethnogr. Richtung tritt auch in den Novellen Hen—⸗ drick (Opz. 1862), Milenas (Lpz. 1863) und «Prismeno (2 Bde., Berl. 1873) hervor.