Eidechse (Lacerta) heißt eine zu den Echsen (s. d.) und zu der Gruppe der Spaltzüngler (Fissilinguia) gehörige Gattung der Lurche, bei welcher breite Schuppen eine Art von Halsband bilden, die en, deim am Hinterrande des Nasenschildes stehen, die Zunge vorn zweispitzig ausgeschnitten, die Zähne kegelförmig und der Schwanz stielrund (nicht zusammengedrückt) ist. Die Gattung bildet den Typus einer größern Familie, die in der Alten Welt zahlreiche Gattungen und Arten zeigt. Die gemeine C., Zauneidechse (I. agilis s. stirpiium), welche in allen mildern Ländern Curopas nördlich der Alpen und selbst noch im Süden Skandinaviens lebt, gehört zu den harmlosesten Reptilien. Sie ist etwa eine Spanne lang, meist graubraun, seltener gelbgrün oder blaugrün gefärbt und rasch in ihren Bewegungen. Insekten und Regenwürmer dienen ihr zur Nahrung. Größer und schöner gefärbt ist aber die im südl. Europa lebende grüne C. (L. viridis) und am größten die in den Mittelmeerländern vorkommende getüpfelte E. (I. ocellata), mit hochblauen Augenflecken an den Seiten, die bis 60 em lang wird, sich von Mäusen nährt und gegen Hunde und Katzen lebhaft zur Wehr stellt. Die kleine, meist an Mauern und Felsen der Mittelmeerländer herumkletternde Mauereidechse (E. muralis) variiert in ihren Färbungen außerordentlich. Alle diese Arten legen Eier. Die in den Alpen und nordwärts von denselben lebende Bergeidechse aber gebiert lebendige Junge, weshalb man auch eine eigene Gattung (ootoca vivipara) für sie geschaffen hat.