FeedDordogne
ErdkundeBrockhaus 1882

Dordogne Durl Funn rechter Nebenfluß der Garonne im südwestl. Frankreich, entsteht im Depart. Puy-de-Döme in 1720 m Höhe am Puy'de-Sancy, aus der Vereinigung der Dore, deren Hauptwasserfall die 35 m hohe Cascade du Serpent ist, und des Höllenbachs, der das Wasser des Guerysees heranführt. Weiterhin liegen an ihr in 1047 m Höhe die Mont-Dore-Bäder. Sie geht dann vor den berühmten Bädern der Bourboule vorbei. Nach Aufnahme der Rue tritt sie bei den Ruinen des Schlosses Madic in furchtbar enge Felsschluchten zwischen 150—250 m hohen steilen Wänden. Diese erweitern sich erst beim Eintritte der Maronne, in der Gegend von Argentat. Die D. bildet erst die Grenze zwischen den Depart. Puy-de-Döme und Cantal auf der einen und Corrĩze auf der andern Seite, durchströmt dann in westl. Richtung als schiffbarer Fluß die Depart. Lot, Dordogne und Gironde und ergießt sich nach einem 490 Em langen Laufe unterhalb Bourg, 1200 m breit, in die Garonne, nach welcher Vereinigung die letztere den Namen Gironde annimmt. Die D. ist 360 Em weit aufwärts u aure bis Souillac, und Seeschiffe können in ihr bis zur Stadt Libourne 43 km weit aufwärts gelangen. Sie nimmt rechts die Vezere mit der 190716 und die Isle mit der Dronne (beide schiffbar), links die Cere auf. Das Departement Dordogne besteht aus der Landschaft Périgord und kleinen Teilen von Agenois, Limousin und Angoumois. Im Norden ist dasselbe von Verzweigungen des Berglandes von durchzogen, im Süden von den letzten Vorstufen des Hochlandes von Auvergne erfüllt; Berge und Hügel wechseln mit engen und wenig intemboden Thälern ab. Der steinige und dürre Kalksteinboden ist teils von Sand⸗, teils von Kreidefeldern, teils von Feuersteinen und mit Kies untermengtem Thon überlagert. Die höher liegenden Gegenden sind mit Heidekraut und Ginster bedeckt. Reich ist das Departement an Eisen. Steinkohlen und Mananerz werden gefördert. Bei dem Dorfe Miremont ndet sich eine große Tropfsteinhöhle. Die einzigen schiffbaren Nose (340 km im ganzen) sind die D., Vezere und Isle. Das Klima ist mitunter stürmisch und veränderlich, 8 im ganzen mild, angenehm und sehr gesund, der Boden im Durchschnitt wenig ruchtbar. Der Getreideertrag von 357 977 ha ckerfläche reicht nur mit Hilfe der Kastanien zur Ernährung der Einwohner aus. Die Wälder umassen ein Areal von 191907 ha, die zahlreichen Weinpflanzungen 87252, die Wiesen 91935, die Weiden 75089 ha. Ansehnlich ist neben dem Weinbau die im In den Uferlandschaften baut man Zwiebeln und Knoblauch im Großen und konsumiert sie in Menge. Berühmt sind die durch ihren Wohlgeruch und Geschmack sich auszeichnenden Trüffeln von Perigord, die einen wichtigen Handelsartikel bilden. Die Industrie ist ohne wesentliche Bedeutung. Am wichtigsten ist der Hammerbetrieb, die Messerwaren⸗ und Papierfabrikation, deren Erzengnihe nebst Wein 6. B. Bergerac), Branntwein, Obst, Kastanienholz, Trüffeln, Trüffelpasteten, Geflügel, Schinken, Mühl⸗ und andern Steinen die Hauptgegenstände des Ausfuhrhandels bilden. Das Departement gehört zu den wenig bevölkerten, denn es zählt (1882) auf 9182,56 qkm nur 495037 E. (gegen 489848 im J. 1876 Zunahme 1,6 Proz.). Es hat zur Hauptstadt Perigueux und zerfällt in die fünf Arrondissements Périgueux, Bergerac, Nontron, Ribeérac und Sarlat. Vgl. Ad. Joanne, „Géographie du département de la D.5 (1873), & Répertoire topographique du département de la D.v (1876).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 484Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 3

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Erdkunde 6