Dorner (Isaak Aug.), namhafter prot. Theolog, geb. 20. Juni 1809 zu Neuhausen ob Eck bei Tuttlingen in Württemberg, wo sein Vater Pfarrer war, studierte seit 1827 in Tübingen neben der Theologie besonders Philosophie. Im Herbst 1832 wurde er Vikar seines Vaters in Neuhausen ob Eck, 1834 Repetent in Tübingen. Nachdem er in der Absicht, die reform. Kirche aus Anschauung kennen zu lernen, eine Reise nach Holland und Großbritannien gemacht, wurde er 1838 außerord. Professor in Tübingen, 1839 ord. Professor der Theologie in Kiel, 1843 Professor und Konsistorialrat zu Königsberg und 1847 Professor und Mitglied des koblenzer Konsistoriums zu Bonn, 1853 Professor und Oberkonsistorialrat zu Göttingen, 1862 Professor und Mitglied des Oberkirchenrats zu Berlin. Als gelehrter Theolog hat D. seine Aufmerksamkeit besonders christologischen Forschungen zugewandt. Sein Hauptwerk in dieser Beziehung ist die Entwickelungsgeschichte der Lehre von der Person Christis (Stuttg. 1839), welche er später einer neuen Bearbeitung (2 Tle. in 4 Bdn., Berl. 1845 - 56) unterwarf. Von ½4 uübrigen Arbeiten sind noch hervorzuheben: „Der Pietismus, insbesondere in Württemberge² (Hamb. 1840), Das Prinzip unserer Kirches (Kiel 1841), De oratione Christi eschatologica Matth. 24, 1—365 (Stuttg. 1844), (Sendschreiben über Reform der evang. Landeskirchen-Bonn 1848), 4Geschichte der prot. Theologie2.Aufl., Münch. 1868), «Christliche Glaubenslehre2 Bde., Berl. 1880—81). ö