FeedDrapa
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Drapa, eine in der altnord. Dichtung häufig vorkommende Gedichtsform, welche namentlich vom 10. bis 13. Jahrh. in Blüte war. Sie wurde mit Instrumentalbegleitung vorgetragen und war meist in der Dröttkvaettstrophe und sehr künstlich gebaut. In der Regel zerfällt die D. in drei Teile, deren mittlerer den Stef oder den Kehrreim, d. h. eine regelmäßig wiederkehrende Halbstrophe, enthält. Die D. wurde teils zum Lobe einzelner Personen (so die Olafsdrapa, Knutsdrapa, Eireksdrapa), teils zur Verherrlichung ganzer Stämme (so die Jornsvikingadrapa, die Islendingadrapa) gedichtet. Galt ie einem Gestorbenen, so hieß sie Erfidrapa; behanzelte sie eine Liebesepisode, Mansongsdrapa. Auch um Lobe Christi, zur Ver errlichung des heiligen Kreuzes (Kroßdrapa), zum Preise der Heiligen wurden Drapen gedichtet, bis im 14. Jahrh. diese Dichungsgattung den leichtern Reimen weichen mußte. Draparnaud (Jacques Philippe Raymond), ranz. Naturforscher, geb. 3. Juni 1772 zu Montpellier, starb daselbst als Professor der Naturgeschichte 1. Febr. 1805; er schrieb Histoire naturelle des mollusques de la Frances (Par. 1805).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 532Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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