Droz (Francois Xavier Joseph), franz. Moralphilosoph, geb. zu Besangon 31. Okt. 1773, trat 1790 in ein Freiwilligenbataillon des Doubs und diente dann drei Jahre in der Rheinarmee. Krankheitshalber verließ er jedoch den Kriegsdienst, setzte zu Besancon seine Studien fort und erhielt eine Lehrerstelle an der Centralschule des Depart. Doubs. Er verlegte 1803 seinen Wohnsitz nach Paris. Hier machte er sich zuerst bekannt durch den Essai sur Part d'ètre heureuxo (Par. 1806; 6. Aufl. 1829; deutsch von Blumröder unter dem Titel Eudämoniav, Ilmenau 1826). Nicht weniger Beifall fanden sein Eloge de Montaignep (Par. 1812; 3. Aufl. 1815) und der Essai sur le beau dans les arts⸗ (Par. 1815). In seinem 50. Jahre (1823) schrieb er: De la philosophie morale, ou des différents systèmes sur la science de la vier (5. Aufl., Par. 1843), ein Werk, welches den Monthyonschen Preis erhielt und dem Verfasser die Französische Akademie eröffnete, in die er 1824 eintrat. In diesem Werke wie in der Application de la morale à la philosophie et à la politiques (Par. 1825; deutsch von Blumröder, Ilmenau 1827) und der klar, methodisch und gut geschriebenen Economie politique, ou principes de la science des richesseso (Par. 1829) zeigte sich D. als eleganten Stilisten und als geistreichen Denker. Sein Hauptwerk jedoch ist die Histoire du règne de Louis XVI. (3 Bde., Par. 1838 —42; deutsch von Luden, 3 Tle., Jena 1842). an der er 30 Jahre lang gearbeitet hat. D. zeigte sich in seinen ersten Schriften als Anhänger der sensualistischen Philosophie des 18. Jahrh., in seinen letzten als Verteidiger des Katholizismus. In letzterm Sinne schrieb er: Pensées sur le Christianismer (Par. 1842; 6. Aufl. 1844; deutsch von Reithmaier, Straub. 1844), zu dem die Aveux d'un philosophe chréêtieno, worin er seine Jugendsünden dem Publikum berichtet, einen Anhang bilden. Er starb 5. Nov. 1850.