FeedDrehwüchsigkeit
PflanzenreichBrockhaus 1882

Drehwüchsigkeit nennt man in der Botanik eine Eigentümlichkeit vieler Holzgewächse, hauptsächlich mancher Bäume, die darin besteht, daß die Stämme Torsionen zeigen, 0 der Verlauf der Fasern nicht genau vertikal, sondern schraubenlinig ist. Diese D. zeigen sich sehr deutlich bei den Kiefernarten, ferner bei Pappeln, Eschen, Birken und vielen Obstbäumen. Der Neigungswinkel der Schraubenlinie kann sehr verschieden sein; bei Punica Granatum (Granatapfel) beträgt er bis 45⁵, bei der Roßkastanie 10—12“, bei Pinus silyestris 5—100, bei den Pappeln und Birken 3—4e. Eine konstante Erscheinung ist die D. bei allen windenden Pflann, und hier kennt man auch die Gründe dafür, es nämlich die Torsionen eine naturgemäße Folge des Windens, weil durch einige Bewegungsers +* nungen der Pflanzen, die für Zustandekommen der Windungen unbedingt notwendig sind, Drehungen in den Stammorganen der betreffenden Pflanzen bei später wopl als de Dickenwachstum der Schlingpflanze sowoh nen Stütze noch verstärken. Während für die windenden Pflanzen demnach die D. zu erklären ist, sind die Ursachen derselben bei auwecht stehenden Gewächsen noch nicht genügend erforscht.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 541Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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